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Dschihadisten nutzen Schwäche : Der Terrorgürtel in der Sahel-Zone wird breiter

Soldaten der tschadischen Armee kehren Anfang Januar von einem Einsatz gegen Boko Haram in Nigeria zurück. Bild: AFP

Im Sahel-Gebiet sind viele Staaten mit der Abwehr der Corona-Pandemie beschäftigt. Dschihadisten nutzen die Gunst der Stunde – selbst das militärisch starke Tschad wird nun attackiert.

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          Es war die schlimmste Niederlage, die Tschads Armee in den vergangenen Jahren im Kampf gegen den Terrorismus erlitten hat. In den frühen Morgenstunden des 23. März stürmten Kämpfer der islamistischen Boko Haram einen Militärstützpunkt auf der Halbinsel Boma am Tschadsee. Sieben Stunden dauerten die Gefechte. Auch zur Verstärkung aus anderen Kasernen entsandte Truppen gerieten unter Feuer und wurden überrannt. Die Dschihadisten setzten Gebäude in Flammen, zerstörten Armeefahrzeuge und luden erbeutete Waffen auf Schnellboote. Die Armee zählte nachher fast hundert tote Soldaten.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Fast gleichzeitig überfiel ein Kommando der Terrorgruppe im Norden Nigerias einen Armeekonvoi und massakrierte 70 Soldaten. Es sah nach einer koordinierten Aktion aus, und es scheint, als bliesen die Islamisten in der Region nicht zufällig gerade jetzt zur Offensive. Auch in Westafrika sind die meisten Staaten vollauf mit dem Kampf gegen das Sars-CoV-2-Virus beschäftigt, haben Grenzen geschlossen, Ausgangssperren verhängt und die Wirtschaft lahmgelegt. In Nigeria sagte das Militär sogar Trainingseinheiten ab. In einem Bericht des Chefs der Militärpolizei heißt es, Fahrzeuge seiner Einheit müssten womöglich für Krankentransporte und Massenbegräbnisse genutzt werden.

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