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„Druschba“ geöffnet : Russisches Öl fließt wieder Richtung Westen

  • Aktualisiert am

Russland hat den Ölhahn wieder aufgedreht Bild: dpa

Nach dem tagelangen Lieferstopp fließt wieder russisches Öl durch die Pipeline „Druschba“ nach Deutschland. Außenminister Steinmeier zeigte sich erfreut. Berlins Appelle seien in Moskau „nicht ungehört“ geblieben.

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          Deutschland erhält über die „Druschba“-Pipeline wieder Erdöl aus Russland. Gegen 10 Uhr sei das erste Öl im Rohöllager in Heinersdorf bei Schwedt eingetroffen, sagte eine Sprecherin von Total Deutschland am Donnerstag in Berlin. Von Heinersdorf wird das Öl an die beiden deutschen Raffinerien in Schwedt und in das rund 200 Kilometer entfernte Leuna weitergeleitet.

          Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) kommentierte die Wiederaufnahme der russischen Öllieferungen erfreut. „Ich begrüße, dass unsere Appelle, eine schnelle und konstruktive Lösung im Ölstreit zu finden, in Moskau nicht ungehört geblieben sind“, sagte Steinmeier. „Vor diesem Hintergrund wollen wir nun mit Russland in einen Dialog eintreten, um unsere künftigen Energiebeziehungen auf eine dauerhaft verlässliche Grundlage zu stellen.“ Berlin und die EU hatten in den vergangenen Tagen eindringlich darauf gedrungen, dass Minsk und Moskau sich einigen.

          Weißrussland macht Zugeständnis

          Der Öltransit über die Erdölleitung „Druschba“ (Freundschaft) nach Polen und Deutschland war in der Nacht zum Montag unterbrochen worden. Grund waren von Weißrussland erhobene Transitzölle auf russisches Öl. Russland hatte zuvor angekündigt, ab diesem Jahr auf Rohölexporte nach Weißrussland Zölle zu erheben. Neben Deutschland, das rund 20 Millionen Tonnen seines jährlichen Rohöl-Imports von etwa 100 Millionen Tonnen über die „Druschba“-Pipeline bezieht, waren auch die Slowakei, Tschechien und Ungarn vom Öllieferstopp betroffen.

          Am Mittwoch hatte der vom Kreml kontrollierte Pipelinemonopolist Transneft die volle Wiederherstellung des Ölexports zugesichert, nachdem Weißrussland die umstrittene Durchleitungsgebühr für russisches Rohöl zurückgenommen hatte. Die Präsidenten beider Länder, Wladimir Putin und Alexandr Lukaschenka, hatten das weitere Vorgehen telefonisch abgesprochen.

          Beratung der 27 EU-Staaten

          Ungeachtet der Kompromisslösung zwischen Minsk und Moskau wollten Fachleute der 27 EU-Staaten und der Kommission am Donnerstag in Brüssel über die Öl-Versorgung der Gemeinschaft beraten. An dem Treffen würden auch Vertreter Russlands und Weißrusslands teilnehmen, kündigte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs an. In einem Gespräch mit dem russischen EU-Botschafter in Brüssel, Wladimir Tschischow, sagte Piebalgs, die Europäer hätten sich gewünscht, über die Lieferunterbrechung früher informiert worden zu sein. Botschafter Tschischow sagte, auch für die Regierung in Moskau sei der Fall eine unangenehme Überraschung gewesen.

          Auslöser für den Streit zwischen den früheren Sowjetrepubliken war die Entscheidung des Kremls, die Subventionierung Weißrusslands mit billigem Öl und Gas zu beenden. Russland hatte zu Jahresbeginn die Exportzölle auf Rohöl für Weißrussland drastisch erhöht. Minsk führte im Gegenzug die Durchleitungsgebühr für den Öltransit in Richtung Westen ein. Beide Länder beschuldigten einander, die Blockade der Hauptpipeline für russisches Öl in Richtung Westen verschuldet zu haben.

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