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Drohungen gegen Israel : Irans Außenminister: Wir sind bereit zum Krieg

  • Aktualisiert am

Die iranische Nuklearanlage in Ghom Bild: dapd

Nachdem in Israel seit Tagen über einen möglichen Angriff auf iranische Atomanlagen diskutiert wird, hat Iran Israel nun mit „apokalyptischen“ Konsequenzen gedroht. Die Zeitung „Guardian“ berichtet unterdessen, auch Großbritannien bereite sich auf einen Angriff gegen iranische Ziele vor.

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          Iran hat Israel für den Fall eines Angriffes mit Konsequenzen in „apokalyptischem“ Ausmaß gedroht. Eine entsprechende Warnung veröffentlichte das iranische Staatsfernsehen am Donnerstag auf seiner Internetseite. Israel seien die militärischen Fähigkeiten Irans gut bekannt, heißt es dort: „Die iranische Raketenindustrie ist in der Region die beste und in der Welt eine der besten.“ Irans Außenminister Ali Akbar Saleh sagte der Zeitung „Hürriyet Daily News“, sein Land sei „immer bereit zum Krieg“. Drohungen seien für Iran nicht neu.

          In Israel wird seit mehreren Tagen über einen möglichen Angriff auf iranische Atomanlagen diskutiert. Laut Presseberichten versuchten Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Barak, im Kabinett Zustimmung für ein militärisches Vorgehen zu gewinnen. Mehrere Minister seien jedoch dagegen. In Israel werden die jüngsten Warnungen vor den Gefahren des iranischen Atomprogramms, wie die von Netanjahu zu Wochenbeginn geäußerte, unterschiedlich gedeutet.

          Einige Kommentatoren sehen darin einen Versuch, den Druck auf die westlichen Partner zu erhöhen, bevor die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) kommende Woche einen neuen Bericht über das iranische Atomprogramm vorlegt. Andere meinen dagegen, Hinweise auf fortgeschrittene Planungen für einen Angriff zu erkennen. So sagte der frühere Direktor des Auslandsgeheimdienstes Mossad Meir Dagan am Mittwochabend, Barak und Netanjahu hätten bekräftigt, dass „alle Optionen auf dem Tisch blieben und sie ernsthaft eine Militäroperation gegen Iran in Betracht zögen“. Dagan hatte nach dem Ende seiner Amtszeit zu Jahresbeginn vor einem Angriff auf Iran als einer „dummen Idee“ gewarnt.

          Die britische Zeitung „Guardian“ berichtete am Donnerstag unter Berufung auf ungenannte Quellen im Londoner Verteidigungsministerium, die militärische Führung bereite sich darauf vor, den Vereinigten Staaten im Fall eines Militärschlags gegen Iran beizustehen. Die Pläne beträfen unter anderem die Stationierung britischer Kriegsschiffe und Unterseeboote in der Region, außerdem werde angenommen, dass die Amerikaner die Genehmigung erbitten würden, Einsätze vom britischen Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean aus zu fliegen.

          Vor einem Militärschlag gegen Iran? Barack Obama am Donnerstag in Cannes
          Vor einem Militärschlag gegen Iran? Barack Obama am Donnerstag in Cannes : Bild: REUTERS

          Der „Guardian“ meldet weiter, Iran habe offenbar im Aufbau seines Nuklearprogramms die Fähigkeiten zurückgewonnen, die im vergangenen Jahr durch den Einsatz des Computerwurms Stuxnet in iranischen Nuklearanlagen gestört worden waren. Unter Berufung auf einen anderen Beamten der britischen Regierung heißt es, Iran werde binnen der kommenden zwölf Monate sämtliche wichtigen Elemente zur weiteren Verfolgung seines Atomprogramms in befestigte Anlagen unter der Erde verlegt haben; das sei einer der Gründe, warum die britische Planung für die Möglichkeit eines Eingreifens jetzt auf einer anderen Ebene fortgeführt werde.

          Vor dem Hintergrund des Berichts im „Guardian“ weckte die Nachricht, dass der israelische Verteidigungsminister Barak am Donnerstag zu Gesprächen nach London reiste, besonderes Interesse. Zuvor soll der britische Generalstabschef in Israel gewesen sein. Barak verkündete zudem stolz den erfolgreichen Test einer Jericho-3-Rakete am Mittwoch. Laut internationalen Presseberichten kann hat die Rakete, die einen nuklearen Sprengkopf transportieren kann, eine Reichweite von mehreren tausend Kilometern und könnte Iran problemlos erreichen. In Israel wurde der Test als Warnsignal an Teheran gewertet. Zudem teilte die israelische Armee mit, dass die israelische Luftwaffe ein Manöver auf Sardinien abgeschlossen habe. Dort hätten F-16-Kampfflugzeuge zusammen mit westlichen Verbündeten Angriffe auf weit entfernte Ziele sowie Luftbetankung geübt. Das wäre auch bei einem Angriff in Iran wichtig, äußerten Fachleute am Donnerstag.

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