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Drohnenangriff in Pakistan : „Nummer zwei“ ist tot

Offenbar bei einem Drohnenangriff umgekommen: Al Qaida-Kommandeur Abu Yahya Al Libi Bild: dpa

Dem amerikanischen Militär ist mutmaßlich ein bedeutender Schlag gegen Al Qaida gelungen. Die „Nummer zwei“ des Terrornetzes, Abu Yahya al Libi, sei bei einem Drohnenangriff getötet worden, bestätigte ein Sprecher der Weißen Hauses.

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          Der zweitwichtigste Mann des Terrornetzes Al Qaida ist nach Angaben der amerikanischen Regierung bei einem Drohnenangriff in Pakistan ums Leben gekommen. Den amerikanischen Geheimdiensten lägen Informationen vor, dass Abu Yahya al Libi getötet worden sei, sagte Regierungssprecher Jay Carney am Dienstag (Ortszeit) in Washington. Es handele sich um einen bedeutenden Schlag gegen Al Qaida.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Einige Stunden zuvor hatten amerikanische Zeitungen mit Bezug auf anonyme Quellen gemeldet, dass der amerikanische Geheimdienst hoffe, al Libi sei in Nordwasiristan von zwei Raketen getroffen worden, die am frühen Montagmorgen im Grenzgebiet zu Afghanistan abgefeuert worden waren. Aus pakistanischen Sicherheitskreisen verlautete, dass mindestens 15 Menschen bei dem Angriff getötet worden seien, unter ihnen auch Ausländer. Ob Al Libi umgekommen sei, wofür erste Indizien sprächen, wolle man nun vor Ort ermitteln, hieß es in einer ersten Stellungnahme.

          Offiziell verurteilte Pakistan den achten Drohnenangriff seit dem Nato-Gipfel Ende Mai. Er sei „illegal“, sagte Außenministerin Hina Rabbani Khar. Der amerikanische Botschafter in Islamabad wurde ins Außenministerium einbestellt.

          Tod zwei Mal fälschlich vermeldet

          Der libysche Geistliche al Libi, der auch als Chemiker ausgebildet wurde, soll sowohl als Kommandeur als auch als Prediger eine herausragende Rolle in der Terrororganisation spielen. Vor sechs Jahren war er zusammen mit anderen Häftlingen aus dem amerikanischen Militärgefängnis im afghanischen Bagram ausgebrochen. Seitdem soll er vor allem die Anschläge in den pakistanischen Stammesgebieten koordiniert haben. Zweimal schon – 2008 und 2009 – kursierten Meldungen, al Libi sei bei Drohnenangriffen getötet worden, doch stellten sie sich als falsch heraus.

          Washington verteidigt seine Drohnenangriffe auf pakistanisches Territorium mit ihren Erfolgen, die allerdings nicht immer bestätigt werden können. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Präsident Obama offenbar persönlich über jeden Namen entscheidet, der auf die „Todesliste“ gesetzt wird.

          Regierung und Parlament in Islamabad dringen auf das Ende der Drohnenangriffe. Es wurde unlängst zur Bedingung einer Wiedereröffnung der Nato-Nachschub- und Abzugswege erklärt – neben der Forderung nach einer offiziellen Entschuldigung für einen Grenzzwischenfall im vergangenen November, bei dem 24 Pakistaner ums Leben kamen.

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