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Drogenhandel : Amerikas Fahnder gegen Venezuelas Führung

  • Aktualisiert am

Diosdado Cabello, Präsident der Nationalversammlung in Venezuela, ist im Fadenkreuz von Drogenfahndern. Bild: AP

Ermittler der Vereinigten Staaten nehmen Spitzenpolitiker Venezuelas ins Visier. Der Vorwurf: Sie haben das Land in einen gigantischen Drogenumschlagplatz verwandelt. Unter Verdacht stehen zum Beispiel der Parlamentspräsident und ein naher Verwandter.

          Amerikanische Drogenfahnder haben einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge die Führung Venezuelas im Visier. Wie die Zeitung berichtet, werfen die Ermittler den südamerikanischen Politikern vor, Venezuela in einen gigantischen Drogenumschlagplatz verwandelt zu haben. Das „Wall Street Journal“ beruft sich für den Bericht auf Fahnder in New York, Washington und Miami.

          Dem Bericht zufolge würden die Ermittlungen nicht von der amerikanischen Regierung koordiniert. Käme es jedoch zu einer Anklage der wichtigen Politiker könnte das die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen den beiden Staaten stark belasten. „Das wäre eine Erschütterung“, sagte ein Offizieller dem „Wall Street Journal“.

          Präsident der Nationalversammlung unter Verdacht

          Im Fadenkreuz ist dem Bericht zufolge unter anderem der Präsident der Nationalversammlung von Venezuela, Diosdado Cabello. „Er ist definitiv der wichtigste Verdächtige“, zitiert das Blatt einen Ermittler. Auch sein Bruder José David, der Industrieminister des Landes und Chef der Steuerbehörde ist, werde verdächtigt. Neben weiteren wichtigen Politikern stünde auch Nestor Reverol, Chef der Nationalgarde, auf der Liste der amerikanischen Fahnder.

          Cabello und weitere verdächtigte Politiker wollten sich gegenüber dem „Wall Street Journal“ nicht zu den Vorwürfen äußern. In der Vergangenheit hat die Führung Venezuelas die Verwicklung in Drogenschäfte jedoch stets abgestritten.

          Für ihre Ermittlungen würden sich die Beamten auf Informationen von Drogenschmugglern und Überläufern stützen, berichtet das „Wall Street Journal“. Darunter seien auch Informanten, die enge Beziehungen zum Führungskreis Venezuelas hätten. Auch Bankmitarbeiter würden wichtige Informationen liefern.

          Die Behörden der Vereinigten Staaten haben die Politiker Venezuelas schon länger im Visier. Die jüngsten Tumulte in dem südamerikanischen Land hätten die Ermittlungen allerdings noch einmal deutlich erleichtert, da mehr Überläufer das Land verlassen würden, sagten die amerikanischen Fahnder dem Blatt.

          Venezuela steckt derzeit in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Das Land leidet stark unter dem Ölpreisverfall, da es von Exporten des Rohstoffes extrem abhängig ist.

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