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Möglicher Terrorakt : Drei Tote bei Messerattacke in Nizza

Der französische Präsident Emmanuel Macron und der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi am Donnerstag nach dem Anschlag vor der Kirche Notre-Dame de l’Assomption. Bild: EPA

Nach einer Messerattacke in Nizza sind drei Menschen gestorben. Einer Frau wurde die Kehle durchgeschnitten. Frankreich ruft die höchste Terrorwarnstufe aus.

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          Ein neuer schwerer Terroranschlag hat Frankreich getroffen. Ein Mann ist am Donnerstagvormittag kurz vor neun Uhr in die Kirche Notre-Dame de l’Assomption im Zentrum von Nizza eingedrungen und hat mehrere Menschen mit einem Messer angegriffen, wie die Polizei mitteilte. Zwei Frauen und ein Mann starben. Einer der Frauen wurde die Kehle durchgeschnitten.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Der Attentäter, der mehrfach „Allahu Akbar“ (Allah ist groß) rief, wurde beim Einsatz der Sicherheitskräfte durch Schüsse schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Nach ersten Medienangaben handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 21 Jahre alten Mann tunesischer Herkunft, der im September über Lampedusa nach Frankreich eingereist sein soll.

          Nach französischen Medienberichten wurden zudem in Avignon am Vormittag ein mit einem Messer bewaffneter Mann von der Polizei erschossen. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

          Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm am Donnerstagvormittag die Ermittlungen zum Fall in Nizza. Dabei gehe es unter anderem um den Vorwurf des Mords in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben, bestätigte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Frankreich rief die höchste Terror-Warnstufe aus. Sie gilt landesweit, wie Regierungschef Jean Castex am Donnerstag in Paris mitteilte. Castex verurteilte die „ebenso feige wie barbarische Tat, die das ganze Land in Trauer versetzt“.

          Nach Angaben des Bürgermeisters von Nizza, Christian Estrosi, wurden die Opfer in seiner Stadt auf die „abscheulichste Art“ getötet; der Attentäter wollte offenbar ähnlich wie beim Angriff auf den Lehrer Samuel Paty vorgehen, sagte Estrosi, der am 16. Oktober bei einer Schule in der Nähe von Paris von einem Terroristen erstochen und enthauptet wurde. Zwei Opfer starben noch in der Kirche, es handelt sich um den Küster und um eine 70 Jahre alte Frau. Das dritte Opfer, eine 40 Jahre alte Frau, konnte sich in eine Bar in der Nähe flüchten, erlag dort jedoch ihren Verletzungen.

          Präsident Macron traf am frühen Nachmittag in Nizza ein. Er verurteile den „islamistischen Terroranschlag“. Er sagte, das Land werde im Streit mit muslimischen Ländern um seine Werte „nicht klein beigeben“. Zugleich kündigte Macron den Einsatz von 7000 Antiterror-Kräften der Armee an, das sind mehr als doppelt so viele wie bisher.

          Macron hatte am Vormittag bereits den Krisenstab im Innenministerium in Paris besucht, der rasch einberufen worden war. Macron wurde unter anderem von Innenminister Gérald Darmanin, Justizminister Éric Dupond-Moretti und dem Anti-Terrorstaatsanwalt Jean-François Ricard begleitet, hieß es am Donnerstag aus Élyséekreisen.

          Mehrere Anschläge in den vergangenen Jahren

          Der Bürgermeister von Nizza forderte im Radio eine Verstärkung der Polizeipräsenz an allen Kirchen Frankreichs. „Einmal mehr bezahlen die Franzosen durch ein barbarisches Verbrechen einen hohen Preis“, sagte Estrosi. Nizza ist am 14. Juli 2016 von einem schweren Terroranschlag heimgesucht worden, als ein Attentäter mit einem Lastwagen 86 Menschen tötete. Seitdem gab es zahlreiche Anschläge mit tödlichen Folgen in Frankreich. Am 26. Juli 2016 drangen zwei Islamisten in der kleinen Gemeinde Saint-Étienne-du-Rouvray in Nordfrankreich in die Kirche ein und töteten den Priester Jacques Hamel mit einem Messer.

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