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Möglicher Terrorakt : Drei Tote bei Messerattacke in Nizza

Bürgermeister Estrosi sagte am Mittwoch, Frankreich befinde sich in einem Krieg und müsse mit allen Mitteln gegen die Feinde der Republik vorgehen. Es könne nicht angehen, dass aufgrund von Datenschutz-Bedenken die elektronische Gesichtserkennung nicht genutzt werde, dass man Ausländer, die bekanntermaßen gefährlich seien, nicht ins Ausland abschiebe und dass man Franzosen mit hohem terroristischem Gefährdungspotential in den Gefängnissen nicht konsequent isoliere.

Sorge in ganz Europa

Nach der Gewalttat will auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) mit europäischen Kollegen beraten. Auf der Ebene der Sicherheitsbehörden gab es bereits am Donnerstag Kontakte – auch um zu klären, ob womöglich mit Nachahmertaten zu rechnen ist. In sozialen Netzwerken hatten radikale Islamisten in den vergangenen Tagen die Enthauptung des französischen Lehrers Samuel Paty glorifiziert, der im Unterricht Mohammed-Karikaturen thematisiert hatte.

Lambrecht kündigte ein Gespräch mit dem französischen Justizminister Éric Dupond-Moretti, weiteren europäischen Justizministern sowie der Brüsseler EU-Kommission für Freitag an. „Ich bin schockiert über die Nachricht von einem weiteren schrecklichen Verbrechen in Frankreich und verurteile diese Tat aufs Schärfste“, erklärte Lambrecht am Donnerstag in Berlin. „All unsere Solidarität und Anteilnahme gilt unseren französischen Freunden.“

Ankara verurteilt Angriff

Die Türkei verurteilte die Messerattacke in Nizza als „grausamen Angriff“. Das Außenministerium in Ankara sprach den Opfern sein Beileid aus. Der mutmaßlich islamistische Angriff in der Kirche Notre-Dame widerspreche allen „religiösen, menschlichen oder moralischen Werten“.

Die Beileidsbekundung Ankaras erfolgen nach tagelangen diplomatischen Spannungen zwischen der Türkei und Frankreich. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte erst am Montag zu einem Boykott französischer Waren aufgerufen und Macron beschuldigt, eine „Hasskampagne“ gegen den Islam zu führen. Erdogan empfahl ihm, seinen „Geisteszustand untersuchen“ zu lassen.

Vor dem französischen Konsulat im saudi-arabischen Dschedda wurde am Donnerstagvormittag unterdessen eine Wachperson, die für eine Sicherheitsfirma arbeitet, mit einem Messer angegriffen und verletzt. Ein Mann wurde in diesem Zusammenhang verhaftet, wie die Botschaft Frankreichs in Saudi-Arabien mitteilte. Der Mann sei um die 40 Jahre alt und habe den Wächter mit einem „scharfen Werkzeug“ angegriffen, sagte Polizeisprecher Mohammed al-Ghamdi demnach. Die genauen Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar.

Die französische Botschaft in Riad sprach in einer Mitteilung von einer „Messerattacke“. Der verletzte Wachmann sei bei einer Sicherheitsfirma angestellt, erklärte die Botschaft, ohne dessen Staatsangehörigkeit zu nennen. Saudische Sicherheitskräfte hätten den Täter unmittelbar nach dem Angriff überwältigt. Die Botschaft verurteilte die Attacke scharf. Man habe das Vertrauen in saudische Behörden, die französische Gemeinde im Land zu schützen. Franzosen in Saudi-Arabien wurden zugleich zu „höchster Wachsamkeit“ aufgerufen.

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