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Machtübernahme in Amerika : Trumps Team löst im Energieministerium Sorgen aus

  • Aktualisiert am

Donald Trump wird im Januar sein Amt als Präsident antreten. Bild: AP

Donald Trumps Mannschaft, die den Machtwechsel vorbereitet, verlangt die Namen aller Mitarbeiter an Obamas Klimapolitik. Ein demokratischer Abgeordneter fühlt sich an McCarthys Kommunistenjagd erinnert.

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          Das Team des künftigen amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat dem Energieministerium eine umfangreiche Liste mit 74 Fragen zukommen lassen, die in der Behörde Besorgnis auslösen. Unter anderem fordert das Team, das die Machtübernahme im Weißen Haus vorbereitet, die Namen aller Mitarbeiter an, die mit dem Internationalen Klimaabkommen befasst waren, berichtet die „Washington Post“. Das Team will demnach wissen, wer in den letzten fünf Jahren an Verhandlungen teilgenommen und wer die wirtschaftlichen Konsequenzen des Klimaschutzes bewertet hat.

          Ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Ministeriums sagte der Zeitung, das Ansinnen sei ungewöhnlich „zudringlich“ und ein Fall für die Rechtsabteilung. Im Energieministerium befürchten offenbar manche, dass Trumps Mannschaft gezielt jene Mitarbeiter angehen möchte, die an Präsident Barack Obamas Klimapolitik beteiligt waren.

          Der demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus Bill Foster aus Illinois erklärte, diese verstörenden Methoden erinnerten ihn an finstere Zeiten des Kalten Krieges. Indirekt verglich er Trumps Ansinnen mit den Methoden in der Ära des Senators Joseph McCarthy, der Jagd auf echte oder vermeintliche Kommunisten in den Vereinigten Staaten Anfang der fünfziger Jahre.

          Trump hatte Obamas Klimapolitik mehrmals scharf kritisiert. Den Klimawandel bezeichnete er im Wahlkampf als eine Erfindung der Chinesen zum Schaden der amerikanischen Industrie. Trump forderte, die Vereinigten Staaten müssten aus dem Weltklimaabkommen von Paris wieder aussteigen.

          Nach der Wahl war seine Position unklar und wechselnd. Bisweilen zeigte er sich offen für den Kampf gegen den Klimawandel und traf sich sogar einmal mit dem ehemaligen Vizepräsidenten und Umweltpolitiker Al Gore. Die Berufung des ausgewiesenen Klimwandel-Skeptikers Scott Pruitt an die Spitze der Umweltschutzbehörde EPA gilt jedoch als klares Signal dafür, dass Trump die Politik seines Amtsvorgängers abwickeln will.

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