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Trumps Russland-Affäre : Eine erotisch wie politisch aufgeladene Angelegenheit

Nawalnyj löschte schließlich seinen Blogeintrag zu der Enthüllung – nicht den Film selbst –, woraufhin seine Websites Anfang dieser Woche wieder freigegeben wurden. Zur Entscheidung der Medienaufsicht dürfte beigetragen haben, dass es Nawalnyjs Leuten gelungen war, die Blockierungen teils auszuschalten.

Deripaska verklagte auch Rybka und deren Mentor, den ebenfalls aus Weißrussland stammenden Alexander Kirillow, der als „Alex Lesley“ Verführungskurse anbietet und online ein promiskes Leben („Harem“) inszeniert. Auch er zählt zu den nun in Thailand Festgenommenen. Bei der Klage gegen die beiden geht es um die Veröffentlichung der Fotos, Video- und Audiomitschnitte ohne Deripaskas Einwilligung. Viele Medienvertreter wollen zur Verhandlung kommen; in Russland sorgt die Affäre weniger für Empörung als für Häme, wegen des Mangels an Vorsicht im Umgang mit Escort-Mädchen.

Rybka schlägt bei Instagram Alarm

Kein Wunder, dass Rybka und ihre Gefährten die Rückkehr nach Russland zu vermeiden suchen. Die thailändischen Behörden werfen ihnen vor, dass sie ohne Arbeitserlaubnis tätig gewesen seien und dass darüber hinaus Rybkas Visum abgelaufen gewesen sei. Sie wollen die Festgenommenen nach Russland abschieben und ihnen auf zehn Jahre die Einreise verweigern. Rybka nutzte aus der Haft ihre Instagram-Seite, um Alarm zu schlagen: In Russland drohte ihnen der Tod im Gefängnis „oder sie werden uns töten“. Sie bat die Vereinigten Staaten um Schutz vor „politischer Verfolgung“. In einem Video wandte sich Rybka an amerikanische Journalisten: Früher habe sie sehr viel nicht erzählen wollen, doch jetzt sei sie bereit, über die Verbindungen Trumps und Manaforts mit Russland zu berichten.

„Ich weiß sehr viel“, sagte Rybka. „Wenn Ihr mich im thailändischen Gefängnis noch lebendig findet, rede ich gerne mit Euch.“ Ein Vertrauensmann übergab der amerikanischen Botschaft in Bangkok einen Brief Lesleys, in dem er für sich und die anderen Festgenommenen um amerikanisches Asyl bittet: „Schützen Sie uns so schnell wie möglich, wir haben sehr wichtige Informationen für die Vereinigten Staaten und riskieren unser Leben sehr.“ Dafür sei man bereit, Foto-, Video- und Audio-Belege für „Verbrechen der russischen Regierung“ zu übergeben.

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Als außerordentlicher Zufall erscheint eine weitere Volte der Geschichte: Just am Dienstag reiste Nikolaj Patruschew, ein einflussreicher früherer Leiter des Geheimdienstes FSB, der nun dem Nationalen Sicherheitsrat vorsteht, nach Bangkok. Dort traf er unter anderen den thailändischen Verteidigungsminister und stellvertretenden Regierungschef Prawit Wongsuwan. In einem anderen Gespräch ging es nach russischen Angaben um „die Sicherheit russischer Touristen“ im Land. Der Erfahrung nach dürfte das thailändische Militärregime den Russen Kooperationsbereitschaft signalisiert haben. In Moskau hatte Dmitrij Peskow, der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Spekulationen um den Zeitpunkt von Patruschews Reise entgegenzutreten. Es sei „unsinnig“, so Peskow, den Besuch „auf irgendeine Weise mit der Festnahme russischer Bürger auf Thailands Staatsgebiet zu assoziieren“.

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