https://www.faz.net/-gpf-928yr

Kandidat für den Senat : Trumps Parteifreund will „Gottes Gesetz“ etablieren

  • Aktualisiert am

Roy Moore während der Vorwahlen in Alabama Bild: Reuters

Gestern hat sich Roy Moore in den republikanischen Vorwahlen durchgesetzt. Kurz darauf verkündet der erzkonservative Senats-Anwärter, auf welcher Basis er Alabama vertreten will.

          1 Min.

          Der neue Spitzenkandidat der Republikaner für die Senatswahlen im amerikanischen Bundesstaat Alabama wirbt für die Abschaffung des säkularen Rechtsstaats. Der zweimal in seinem Amt als oberster Verfassungsrichter des Südstaats suspendierte Roy Moore will stattdessen „Gottes Gesetz“ als einzig gültiges Recht etablieren.

          Nach seinem deutlichen Sieg bei den Vorwahlen am Dienstag, bei denen er den von Präsident Donald Trump unterstützten Amtsinhaber Luther Strange mit zehn Punkten hinter sich ließ, retweetete Moore ein Foto zweier Steintafeln mit den zehn Geboten. Diese sollen nach Vorstellung des Senats-Kandidaten Grundlage des amerikanischen Rechts werden. Die Tafeln waren offenbar auch auf Moores Siegesfeier zu sehen.

          Moore hatte seinen Glauben und seine Überzeugung von der Vorherrschaft des göttlichen Rechts ins Zentrum seiner Kampagne gestellt. Der evangelikale Prediger Franklin Graham begrüßte die Wahl des Außenseiters: „Er ist einer der wenigen, die bereit sind, für die Wahrheit und gegen die Erosion der biblischen Prinzipien einzutreten.“

          Moore war in der Vergangenheit regelmäßig durch erzkonservative Stellungnahmen zu religiösen, politischen und gesellschaftlichen Themen aufgefallen. Homosexualität nannte er eine „Bestialität“, vor der Kinder geschützt werden müssten, den Islam hält er für eine „falsche Religion“.

          2003 weigerte sich Moore, eine Statue mit den zehn Geboten aus dem Gerichtsgebäude zu entfernen. Im evangelikalen Lager genießt er großen Rückhalt. Vom Amt des Obersten Richters wurde er wegen des Vorfalls entbunden. Nach einer Widerwahl passierte im das ein zweites Mal. Diesmal, weil er sich weigerte, Heiratserlaubnisse für gleichgeschlechtliche Paare ausstellen zu lassen. Laut dem Washingtoner Meinungsforschungsinstitut Pew definieren sich 86 Prozent der Bevölkerung Alabamas als Christen.

          Moore hatte in seinem Wahlkampf zwar nicht die Unterstützung von Präsident Donald Trump, aber von dessen ehemaligen Chefberater Stephen Bannon. Moore kündigte an, den führenden Politikern im Kongress das Leben schwermachen zu wollen, falls er sich im Dezember gegen den demokratischen Kandidaten durchsetzt.

          Weitere Themen

          „Kein Frieden ohne Gerechtigkeit“

          Neue Proteste in Amerika : „Kein Frieden ohne Gerechtigkeit“

          In Amerika gehen die Proteste mit unverminderter Kraft weiter. Drei frühere Verteidigungsminister sowie 86 weitere frühere Verteidigungspolitiker und Offiziere stellen sich derweil in einem Gastbeitrag gegen Trumps Militär-Drohung.

          Topmeldungen

          Tourismus : Schweiz buhlt um Deutsche

          Den Eidgenossen fehlen die ausländischen Gäste, vielen Hotels droht der Konkurs. Nun wollen sie bei deutschen Touristen punkten – mit praktischen und geldwerten Angeboten.
          Gut gelaunt mit amerikanischen Soldaten am Truppenstützpunkt Ramstein: Amerikas Präsident Donald Trump im Jahr 2018.

          Trumps Abzugspläne : Ein weiterer Tiefschlag

          Sollten Tausende amerikanische Soldaten Deutschland verlassen, würde das vor allem dem Pentagon selbst zu schaffen machen. Für das transatlantische Verhältnis aber verheißt es nichts Gutes.
          Nicht nur Gnabry (links) und Goretzka trafen für den FC Bayern in Leverkusen.

          4:2 in Leverkusen : Der FC Bayern ist eine Klasse für sich

          Die Münchner meistern die wohl größte Hürde, die auf dem Weg zum Titel noch zu nehmen war, mit dem klaren Sieg in Leverkusen souverän. Die fußballerische Perfektion erinnert an die besten Phasen unter Pep Guardiola.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.