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Nachwahl in Alabama : Showdown der Hardliner

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Auch wenn viele Menschen am rechten Rand alles andere als fromm sind und ihre Ressentiments wenn überhaupt dann eher weltlich begründen – als Bündnispartner eignet sich Moore allemal. Mehr als fünfzig religiöse Führer im Staat sprachen sich bereits für seine Wahl zum Senator aus. Sie stören sich auch nicht daran, dass Moore in einer Wahlkampfrede Asiaten als „gelb“ und Ureinwohner Amerikas als „rot“ bezeichnete, als er sagte: „Schwarze und Weiße kämpfen bei uns gegeneinander, Rote und Gelbe, Demokraten und Republikaner, Männer und Frauen. Was wird uns vereinen, was wird uns wieder zusammenbringen? Ein Präsident? Ein Kongress? Nein, es wird Gott sein.“

Bannons Kriegserklärung an das „Establishment“

Steve Bannon verfolgt zurzeit eigentlich den Plan, Unterstützern von Donald Trump durch Vorwahlen gegen das republikanische „Establishment“ zu einem Sitz im Kongress zu verhelfen. Doch in diesem Fall riskiert er einen Konflikt mit dem Präsidenten, weil ihm Roy Moore ideologisch so nahe steht. Im Kongress soll der ehemalige Richter eine starke rechte Stimme werden. Moore kündigte an, mit ihm im Senat werde „das Ende der Herrschaft von Mitch McConnell als Mehrheitsführer“ kommen. Zwar ist auch Donald Trump kein Freund von McConnell, aber in diesem Fall stehen sie beide hinter demselben Kandidaten. Das hängt vor allem damit zusammen, dass Luther Strange so ein loyaler Trump-Anhänger ist. Befürchtungen, der Präsident könnte doch plötzlich noch den Bannon-Kandidaten stützen, bestätigten sich nicht – hinter den Kulissen sollen die Republikaner, allen voran Mitch McConnell, entsprechenden Druck auf das Weiße Haus ausgeübt haben.

Luther Strange hat tatsächlich bislang voll auf die Trump-Karte gesetzt und versucht, seine Nominierung zu einem Loyalitätsbeweis für den Präsidenten zu machen. Eigentlich hätte das eine sichere Sache sein sollen: Alabama ist einer der Staaten, in denen Donald Trump einen guten Stand hat, er gewann hier die Wahl mit 62 Prozent der Stimmen. Der Kandidat wiederholt gern Trumps Argumente: seine Wahlwerbung dreht sich auch um eine harte Linie gegen Einwanderer und den Bau einer Mauer zu Mexiko. Für seine Loyalität kann Strange nun auf Hilfe zählen: nachdem er wochenlang gezögert hatte, wird Trump am Wochenende zum Wahlkampfendspurt in Alabama erwartet. Dazu sollen ihn auch Republikaner im Kongress gedrängt haben, denn sie fürchten weitere, von Steve Bannon in Stellung gebrachte Herausforderer.

Das „Make America Great Again“-Label Trumps nehmen indessen beide Kandidaten in Alabama für sich in Anspruch. Schließlich finden Steve Bannon und viele seiner Anhänger, dass sie Trumps Agenda viel reiner repräsentieren als der selbst es tut. Für diese Woche lädt Roy Moore zu einer Veranstaltung mit der „MAGA Coalition“, bei der auch Alaskas ehemalige Tea-Party-Gouverneurin Sarah Palin und der rechtsgerichtete Trump-Berater Sebastian Gorka zu Wort kommen sollen. Bannon hat die Kampagne in Alabama zu einem Auftakt seines „midterm war“ gegen das „Establishment“ erklärt – Kandidaturen von innerparteilichen Herausforderern in anderen Staaten wie Arizona und Tennessee unterstützt er ebenfalls.

Roy Moore hat Umfragen zufolge derzeit mit neun Prozentpunkten die Nase vorn, auch wenn Strange den Bundesstaat mit zum Teil von Mitch McConnells „Political Action Committee“ (PAC) gesponserten Werbespots überzieht. Brian Lyman, Journalist beim „Montgomery Advertiser“ und ein Experte für die Politik Alabamas, führt das vor allem auf die Tatsache zurück, dass der ehemalige Richter Moore auf seine Anhänger wie ein aufrechter Held wirke. Dessen Bereitschaft, aus ideologischen Gründen gleich zweimal sein Amt zu verlieren, werde von vielen politikmüden Anhängern positiv gewertet. Dadurch gelinge es Moore, der im Großen und Ganzen auf der Parteilinie rechter Republikaner sei, sich trotzdem zum Rebell zu stilisieren. Hinzu kommt eine Rhetorik, die manch einer allein aufgrund ihres Mangels an „politischer Korrektheit“ schon gut findet.

Eine Art Trump-Effekt ist es also, der Roy Moore nach Washington befördern könnte – nur ohne direkte Unterstützung durch Donald Trump. Trotzdem: Als Letzter lachen wird am Ende wohl der Präsident, denn beide Kandidaten würden im Senat seine Agenda unterstützen. Es ist eine Win-Win-Situation für Trump: Nach außen hin gibt er den Republikanern, was sie verlangen, und am Ende hat er, – egal, wer von den beiden Republikanern Senator würde – einen weiteren Hardliner im Kongress auf seiner Seite.

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