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Trump versus Kim : Wie gefährlich ist der Krieg der Worte?

Wann wird ein Krieg der Worte zur militärischen Auseinandersetzung? Die nordkoreanische Gesellschaft ist durchmilitarisiert wie nur wenige – hier stehen Soldaten in Pjöngjang in Formation. Bild: AFP

Kim Jong-uns Raketen- und Atomprogramm macht enorme Fortschritte. Rhetorisch liefern sich die Präsidenten Nordkoreas und Amerikas heftige Gefechte. Fällt bald der erste Schuss? FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen.

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          Versetzen Sie sich in das Jahr 2016 zurück und schließen Sie die Augen. Ein Präsident droht seinem Gegner mit „Feuer und Wut, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat.“ Und nun beantworten Sie die folgende Frage: Wer spricht? Kim Jong-un hätte die Antwort damals wohl geheißen. Doch der Satz fiel nicht in Pjöngjang. Er fiel in einem Golfklub in New Jersey. Und derjenige, der ihn aussprach, war nicht Nordkoreas Machthaber, sondern Amerikas Präsident.

          Lorenz Hemicker
          Redakteur in der Politik

          Seitdem sich am Dienstag die Hinweise auf bedeutende Fortschritte Nordkoreas auf dem Weg zur vollwertigen Nuklearmacht verdichtet haben, droht die ohnehin schon angespannte Situation zwischen beiden Staaten mindestens rhetorisch vollends zu eskalieren. Nach Trumps Feuer-und-Wut-Drohung feuerte Nordkorea umgehend zurück. Die Streitkräfte des Landes zögen einen Raketenangriff auf die amerikanische Pazifikinsel Guam ernsthaft in Erwägung, verlautbarte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA zunächst.

          Dann legte Pjöngjang noch einmal nach und griff ganz tief in die militärpolitische Schlagwortkiste. Von einem „Präventivkrieg“ gegen das amerikanische Militär war die Rede, einem „totalen Krieg“ und der „Ausrottung sämtlicher Stützpunkte auf dem amerikanischen Festland.“ Mehr Verbaleskalation geht kaum. Die Bundesregierung rief sowohl Amerika als auch Nordkorea am Mittwoch zur Mäßigung auf. „Die Lage ist wirklich ernst. Ein weiteres Säbelrasseln wird uns sicher nicht weiterhelfen“, sagte der Sprecher von Außenminister Gabriel (SPD), Martin Schäfer, in Berlin.

          Offenbar steckt auch dahinter die Sorge, dass aus dem Krieg der Worte ein militärischer Konflikt werden könnte. FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen:

          Was ist der Auslöser der jüngsten Eskalation?

          Nach übereinstimmenden Einschätzungen des japanischen Verteidigungsministeriums und des amerikanischen Militärgeheimdienstes (DIA) hat Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm eine neue Bedrohungsstufe erreicht. Beide halten es für möglich, dass das Regime inzwischen in der Lage sein könnte, Nuklearsprengköpfe zu miniaturisieren. Dieser Schritt ist notwendig, um sie auf Raketen montieren und sie damit effektiv gegen entfernte Ziele einsetzen zu können.

          Trumps Warnung an Nordkorea : „Feuer und Zorn“

          Wie gefährlich sind Kims stärkste Waffensysteme schon?

          Kim Jong-un setzt momentan offenbar alles daran, sein Atom- und Raketenprogramm zu beschleunigen. Nur mit beiden zusammen ist er in der Lage, die Vereinigten Staaten ernsthaft zu bedrohen. Mit der jüngst getesteten Rakete des Typs Hwasong-14 lassen sich Ziele in einem Radius von bis zu 10.000 Kilometern erreichen. Damit könnte sie auch das amerikanische Festland treffen. Aber diese Tests bedeuten noch nicht, dass Nordkorea die Raketen auch zuverlässig einsetzen kann. Der amerikanische Raketenexperte Sigfried S. Hecker geht davon aus, dass das Land dafür bis zu zwei Jahre brauchen wird. Einen Angriff auf eine Militärbasis wie Guam können die Nordkoreaner somit planen. Aber die Drohung, sie zu treffen, ist augenblicklich noch nicht glaubhaft.

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