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Bei Besuch in Peking : Trump und Xi verbünden sich gegen Nordkorea

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Scheinen sich zu verstehen: Die Präsidenten von China und den Vereinigten Staaten am Donnerstag in Peking. Bild: PE/POOL/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Bislang galt China als letzter wichtiger Verbündeter Nordkoreas. Jetzt ist sich die Weltmacht offenbar mit den Vereinigten Staaten einig, Pjöngjang niemals als Atommacht akzeptieren. Das sagt zumindest Amerikas Außenminister.

          Die Vereinigten Staaten ziehen im Nordkorea-Konflikt nach den Worten von Außenminister Rex Tillerson mit China an einem Strang. Zwischen Präsident Donald Trump und dessen chinesischem Amtskollegen Xi Jinping gebe es in dieser Frage keine Unstimmigkeiten, sagte Tillerson am Donnerstag nach einem Treffen der beiden Staatschefs in Peking. Beide Seiten würden eine Atommacht Nordkorea nicht akzeptieren. Xi habe Trump auch darüber informiert, wie China die UN-Sanktionen umsetzen werde. Trump forderte China abermals auf, seinen Einfluss stärker zu nutzen, um Nordkorea zum Einlenken zu bewegen und die finanziellen Verbindungen mit dem isolierten Land zu kappen. „China kann das Problem schnell und einfach beheben“, sagte Trump.

          Um die amerikanische Haltung klar zu machen, wird die Marine am kommenden Wochenende eine Übung im westlichen Pazifik durchführen. Zum ersten Mal seit zehn Jahren werden an der Übung auch die drei Flugzeugträger Ronald Reagan, Nimitz und Theodore Roosevelt teilnehmen, die Trump in einer Rede im südkoreanischen Parlament als die „größten Flugzeugträger der Welt“ bezeichnete, die „bis zum Maximum mit großartigen F-35 und F-18-Kampfflugzeugen“ bestückt seien.

          „Kim hört auf kaum noch jemanden“

          Chinas Außenministerium erklärte, man sei sich mit den Vereinigten Staaten einig, den Druck auf Nordkorea Aufrecht zu erhalten, aber auch darin, den Streit über das Atom- und Raketenprogramm auf diplomatischem Weg zu lösen. China und die Vereinigten Staaten seien entschlossen, Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel zu bewahren. Trump hatte China wiederholt aufgefordert, seinen Einfluss auf die Führung in Pjöngjang stärker zur Lösung des Konflikts zu nutzen. China war zuletzt noch der letzte wichtige Verbündete des isolierten Landes und dessen wichtigster Handelspartner.

          Dieser Ansicht ist auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Sie sagte bei einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel, dass mehr Druck auf China ausgeübt werden müsse. „Kim hört auf kaum noch jemanden“, so die CDU-Politikerin am Donnerstag. „Aber er hört auf China, deshalb ist die Rolle Chinas so entscheidend.“ Der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm betreffe auch Europa und die Nato. „Es ist kein Land, das weit entfernt ist.“ Nordkoreanische Raketen könnten die Vereinigten Staaten, Europa und andere Länder erreichen. Deshalb sei eine diplomatische Lösung des Konflikts umso wichtiger. Zudem müssten die Sanktionen aufrechterhalten werden. Nordkorea müsse überzeugt werden, dass es im eigenem Interesse ist, sich mit an den Verhandlungstisch zu setzen.

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