https://www.faz.net/-gpf-8wfzi

Donald Trump : Treffen mit Xi wird „sehr schwierig“

  • Aktualisiert am

Härterer Kurs gegen China? Der amerikanische Präsident Donald Trump Bild: AP

Eine Woche vor seiner ersten Begegnung mit Staatschef Xi schlägt Trump wieder härtere Töne gegenüber China an: Er beklagt das Handelsdefizit und Jobverluste. China spielt den Ball zurück.

          2 Min.

          Vor dem ersten Treffen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat der amerikanische Präsident Donald Trump den Druck in den laufenden Handelsstreitigkeiten erhöht. Das Treffen nächste Woche in Florida werde „sehr schwierig“, schrieb Trump auf Twitter. „Wir können nicht länger ein so massives Handelsdefizit und Arbeitsplatzverluste haben.“ Amerikanische Unternehmen müssten darauf vorbereitet werden, sich nach Alternativen umzusehen.

          Die chinesische Regierung wies die Vorwürfe umgehend zurück. „Das Handelsdefizit ist das Ergebnis der weltweiten Verteilung von Industrien und der Arbeitsteilung“, sagte Vizeaußenminister Zheng Zeguang vor Journalisten in Peking. Während die Vereinigten Staaten ein Defizit im Warenaustausch mit China habe, gebe es aber einen amerikanischen Überschuss bei den Dienstleistungen.

          Um den Handelsaustausch zu fördern, forderte der Vizeaußenminister die Vereinigten Staaten im Gegenzug auf, ihre Beschränkungen für die Ausfuhr von Hochtechnologie nach China aufzuheben und Unternehmen aus China gleiche Wettbewerbsbedingungen bei Investitionen in den Vereinigten Staaten zu schaffen. „Das wäre hilfreich.“ Er wies auch Trumps frühere Vorwürfe zurück, China fördere seine Ausfuhren über Währungsmanipulationen.

          Heikle Situation auf der koreanischen Halbinsel

          Im Umgang mit Nordkorea rief der Vizeaußenminister alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf. „Im Moment ist die Situation auf der koreanischen Halbinsel sehr kompliziert und heikel“, sagte Zheng Zeguang. Er warb für den – bereits von den Vereinigten Staaten zurückgewiesen – Vorschlag für ein „zweispuriges Vorgehen“: So solle Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm einfrieren, während die Vereinigten Staaten und Südkorea ihre Militärmanöver aussetzten. Amerikanische Experten hatten diese Woche über verdächtige Bewegungen auf Nordkoreas Atomtestgelände berichtet.

          Das mit Spannung erwartete Treffen der Präsidenten der beiden größten Volkswirtschaften findet am 6. und 7. April in Trumps Domizil in Mar-a-Lago in Florida statt. Trump hatte besonders im Wahlkampf eine härtere Gangart gegenüber Peking signalisiert und angeblich grobe Verstöße gegen fairen Handel wiederholt thematisiert. Zuletzt hatte er sich versöhnlich gezeigt. Mit seinen jüngsten Tweets schlug der Präsident aber wieder einen anderen Ton an.

          Doch ließ sich Chinas Vizeaußenminister dadurch nicht provozieren. In ihren beiden Telefonaten seien sich Trump und Xi Jinping einig gewesen, „dass China und die Vereinigten Staaten durch Kooperation großartige Partner werden könnten“, sagte Zheng Zeguang. Sie sollten „sorgsam mit heiklen Themen umgehen“. Beide Präsidenten wollten ihre Begegnung in Florida als „einen neuen Ausgangspunkt“ für die Beziehungen ansehen.

          Weitere Themen

          Trump will Nahost-Friedensplan vorstellen

          Bis kommenden Dienstag : Trump will Nahost-Friedensplan vorstellen

          Vor der dritten Parlamentswahl in einem Jahr in Israel lädt Donald Trump Benjamin Netanjahu und seinen Herausforderer Benny Gantz nach Washington ein. Noch vor dem Treffen will Amerikas Präsident seinen Friedensplan für Nahost vorstellen.

          Topmeldungen

          Im Bahnhof der Stadt Hangzhou werden ankommende Passagiere aus Wuhan mit Infrarot-Thermometern untersucht.

          Coronavirus : China riegelt weitere Städte ab

          China meldet weitere Todesfälle. Auch die Zahl der Infizierten steigt deutlich auf mehr als 800. Die Sicherheitsmaßnahmen im Land werden weiter verstärkt.
          Gefeiert wie ein Popstar: Heinz-Christian Strache am Donnerstagabend in Wien.

          Strache-Auftritt in Wien : „Hier steht das Original“

          Heinz-Christian Strache will in Österreich mit einer neuen „Bürgerbewegung“ in die Politik zurückkehren und seiner früheren Partei FPÖ das Leben schwer machen. Doch noch lässt er seine Anhänger zappeln – und vermeidet Festlegungen.
          Unser Newsletter-Autor: Carsten Knop

          F.A.Z.-Newsletter : Wetten, dass es so furchtbar schlecht nicht läuft?

          Auf dem Weltwirtschaftsforum ist am Freitag der Ausblick auf die Konjunktur ein Thema – Finanzminister Scholz spricht. Das und mehr steht heute im Newsletter für Deutschland, ein letztes Mal aus Davos, wo das Jahrestreffen endet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.