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FBI-Razzia in Mar-a-Lago : Trumps Mär von der politischen Verfolgung

Beamte des Secret-Service am späten Montagabend vor einem Eingang zum Mar-a-Lago-Anwesen des ehemaligen Präsidenten Donald Trump in Palm Beach Bild: AP

Das FBI durchsucht Trumps Anwesen in Florida. Ein historischer Vorgang – den der frühere Präsident sofort für sich zu nutzen weiß.

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          Es war Donald Trump selbst, der die Durchsuchung seines Anwesens in Mar-a-Lago in Florida öffentlich machte. In einer Stellungnahme am Montagabend schrieb er, es seien „dunkle Zeiten für unser Land“. Sein „wunderschönes Zuhause“ sei von FBI-Beamten „belagert“ und „besetzt“ worden. Die Razzia sei eine „Attacke durch die radikalen linken Demokraten, die verzweifelt verhindern wollen, dass ich 2024 noch mal in den Präsidentenwahlen antrete“. Amerika sei ein Dritte-Welt-Land, „korrupt wie nie zuvor“. Zu den Gründen für die Untersuchung äußerte Trump sich nicht. Er behauptete aber, mit den entsprechenden staatlichen Stellen zusammengearbeitet zu haben. Die Razzia sei deswegen „nicht nötig oder angemessen“ gewesen, schrieb er in dem von ihm gegründeten sozialen Netzwerk „Truth Social“.

          Sofia Dreisbach
          Politische Korrespondentin für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Von offizieller Stelle sind die Durchsuchungen bisher nicht bestätigt worden. Doch laut mit dem Fall Vertrauten, die in amerikanischen Medien zu Wort kommen, geht es dabei um Akten und Dokumente – einige davon Verschlusssachen -, die Trump nach dem Ende seiner Präsidentschaft aus dem Weißen Haus mitgenommen hat anstatt sie ins Nationalarchiv zu geben. 15 Kisten solcher Unterlagen hatte Trump dem Archiv Anfang des Jahres schon aus Mar-a-Lago übergeben, darunter offizielle Korrespondenzen zwischen Trump und ausländischen Staatsoberhäuptern. Das Anwesen eines früheren Präsidenten zu durchsuchen ist höchst ungewöhnlich und bedarf Genehmigungen von höchster Stelle aus dem Justizministerium. Eine Sprecherin des Justizministers Merrick Garland wollte den Vorgang nicht kommentieren; auch das FBI äußerte sich nicht dazu.

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