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Fall Khashoggi : „Wenn es also irgendjemand gewesen wäre, dann er“

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Präsident Donald Trump und der saudische Kronprinz Muhammad Bin Salman bei einem Treffen im Weißen Haus im März 2018. Bild: AFP

Der amerikanische Präsident Trump kann sich vorstellen, dass der saudische Kronprinz vielleicht über die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi informiert war. Großbritannien entzieht derweil Verdächtigten das Visum.

          Präsident Donald Trump schließt nicht mehr völlig aus, dass der saudische Kronprinz Muhammad Bin Salman über die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi informiert war. Der Prinz führe derzeit in Saudi-Arabien in zunehmendem Maße die Regierungsgeschäfte, sagte Trump in einem am Dienstagabend veröffentlichten Interview der konservativen Zeitung „Wall Street Journal“. „Er hat das Sagen, und wenn es also irgendjemand gewesen wäre, dann er.“ Er glaube jedoch nicht, dass dessen Vater, König Salman, vorab über die Tötung informiert worden sei, so Trump.

          Saudi-Arabien hatte die Tötung Khashoggis im Konsulat des Königreichs in Istanbul vor drei Wochen lange geleugnet und erst unter großem Druck zugegeben. 18 saudische Staatsangehörige wurden festgenommen. Kronprinz Muhammad Bin Salman bestreitet jede Verantwortung.

          Trump sagte am Dienstagabend im Weißen Haus vor Journalisten, er habe am Vortag mit dem Kronprinzen gesprochen. Dieser habe nachdrücklich gesagt, dass er damit nichts zu tun gehabt habe. Die Sache habe sich auf einer niedrigeren Ebene abgespielt. Trump wolle dem Glauben schenken, zitierte ihn das „WSJ“: „Ich will ihnen wirklich glauben.“

          Trump ließ offen, wer für das „totale Fiasko“ verantwortlich sein könnte. Aus seiner Sicht ist die Tötung Khashoggis aber dilettantisch verschleiert worden. „Die Vertuschung war eine der schlechtesten in der Geschichte von Vertuschungen.“

          Die Vereinigten Staaten leiteten erste Strafmaßnahmen ein. Das Außenministerium teilte mit, 21 saudischen Verdächtigen im Fall Khashoggi werde entweder ihr Visum entzogen oder sie würden zu Personen erklärt, die für ein Visum zur Einreise in die Vereinigten Staaten nicht mehr in Frage kämen. Nach den Worten von Außenminister Mike Pompeo sind diese Strafen noch nicht als letzte Wort in dieser Angelegenheit. Es würden weitere Maßnahmen sondiert, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Weder Präsident Trump noch er selbst seien mit dieser Situation glücklich, sagte Pompeo.

          Wie Amerika will nun auch Großbritannien handeln und den Verdächtigen im Fall Khashoggi das Visum entziehen. Das kündigte Premierministerin Theresa May am Mittwoch an. „Wenn diese Personen derzeit über ein Visum verfügen, dann wird es ihnen heute entzogen“, sagte sie im britischen Parlament.  Damit solle verhindert werden, dass die Verdächtigen nach Großbritannien einreisen könnten.

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