https://www.faz.net/-gpf-97tk7

Trump zu Korea-Annäherung : „Wir hatten eine Menge damit zu tun – wenn nicht alles“

  • Aktualisiert am

Gedämpft optimistisch: Trump sieht die jüngsten Entwicklungen sehr positiv – warnt aber gleichzeitig vor zu hohen Erwartungen. Bild: EPA

Donald Trump bezeichnet die Entwicklungen im Korea-Konflikt als „sehr positiv – und reklamiert die Annäherung als den Erfolg seiner eigenen Politik. Gleichzeitig wird er ein wenig ungeduldig.

          2 Min.

          Nach der Einigung zwischen Süd- und Nordkorea auf ein historisches Gipfeltreffen hat der amerikanische Präsident Donald Trump die Entwicklung als „sehr positiv“ bezeichnet. „Sie scheinen sich positiv zu verhalten, aber wir werden sehen“, sagte Trump am Dienstag im Weißen Haus. Die Stellungnahmen aus Nord- und Südkorea seien zumindest „sehr positiv“. „Zumindest rhetorisch haben wir mit Nordkorea einen weiten Weg zurückgelegt“, fügte Trump hinzu.

          Eine Annäherung zwischen den beiden verfeindeten Staaten und eine Entschärfung des Atomstreits „wären eine großartige Sache für die Welt, eine großartige Sache für Nordkorea, eine großartige Sache für die Halbinsel, aber wir werden sehen, was passiert.“ Trump stellte aber klar, dass sich die amerikanische Regierung weiter alle Optionen offen halte. „Wir werden etwas tun, so oder so werden wir etwas tun und die Situation nicht weiter gären lassen.“

          Gleichzeitig reklamierte Trump die Fortschritte als einen Erfolg der Vereinigten Staaten. „Wir hatten eine Menge damit zu tun, wenn nicht alles“, sagte er. Nach dem öffentlichen Eindruck war die Initiative für Gespräche mit Nordkorea eher von Südkorea ausgegangen. Der amerikanische Präsident hatte dagegen auf seine „Politik des maximalen Drucks“ auf Nordkorea gesetzt.

          „Die Welt schaut zu und wartet!“

          Das Gipfeltreffen zwischen dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae soll nach offiziellen Angaben aus Seoul Ende April stattfinden. Diesen Angaben zufolge ist Nordkorea bereit, im Gegenzug für Sicherheitsgarantien auf sein Atomprogramm zu verzichten.

          Der südkoreanische Sicherheitsberater Chung Eui Yong gab die spektakuläre Wendung am Dienstag bekannt, nachdem er sich am Montag gemeinsam mit weiteren ranghohen südkoreanischen Gesandten in Pjöngjang mit Machthaber Kim getroffen hatte. Den südkoreanischen Angaben zufolge machte Nordkorea bei den Gesprächen wichtige Zusagen: Die Führung in Pjöngjang wolle während der Dialogphase seine Atom- und Raketentests stoppen, sagte Chung. Zudem wolle sie auch mit Amerika ins Gespräch über die atomare Rüstung kommen.

          Trump hatte daraufhin bereits im Kurzbotschaftendienst Twitter von einem „möglichen Fortschritt“ im Ringen um das nordkoreanische Atomprogramm gesprochen. „Zum ersten Mal in vielen Jahren wird eine ernsthafte Anstrengung von allen betroffenen Seiten unternommen“, schrieb er.

          Trump warnte allerdings auch vor zu hohen Erwartungen. „Die Welt schaut zu und wartet!“, kommentierte er die Annäherung zwischen den koreanischen Staaten. Es könne sich aber auch um eine „falsche Hoffnung handeln“. Die Vereinigten Staaten seien bereit, „hart in beide Richtungen“ vorzugehen. Damit meinte Trump offenbar die Alternative zwischen diplomatischen und militärischen Mitteln.

          Weitere Themen

          Augen zu und raus

          FAZ Plus Artikel: Abzug aus Afghanistan : Augen zu und raus

          Präsident Bidens Ankündigung, aus Afghanistan abzuziehen, stellt die Nato-Partner vor vollendete Tatsachen. Aber aus amerikanischer Sicht ist das Zeitalter der Antiterrorkriege vorbei. Die strategischen Interessen liegen woanders.

          Topmeldungen

          Coinbase-Gründer Brian Armstrong in San Francisco im Jahr 2016

          Brian Armstrong : Der Mann hinter dem digitalen Goldrausch

          Keine 30 Jahre war Brian Armstrong alt, als er mit Coinbase ein Unternehmen gründete, das heute wertvoller als die New Yorker Börse ist. Er ähnelt den findigen Geschäftsleuten, die während des Goldrauschs im Wilden Westen Schaufeln und Spitzhacken verkauften.
          Quantencomputer von IBM

          Quantencomputer : Wunderwaffe für die deutsche Industrie?

          Eine Zukunftstechnologie, die von Google, IBM und Co. beherrscht wird, für den deutschen Mittelstand? Die Entwicklung beflügelt die Phantasie und könnte für manche Branchen ziemlich wichtig werden.
          Blick auf die Eliteuniversität Harvard in Cambridge, Massachusetts

          Exzellenzinitiative : Es gibt noch immer kein deutsches Harvard

          Die Exzellenzinitiative wollte deutsche Hochschulen in die Ranglisten internationaler Spitzenunis führen. Dieses Ziel wurde verfehlt – und doch der deutschen Forschung zu einer größeren Sichtbarkeit verholfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.