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Ex-Texas-Gouverneur : Rick Perry soll neuer Energieminister werden

  • Aktualisiert am

Rick Perry hat jahrelang in Texas regiert. Bild: AP

Rick Perry soll offenbar neuer Energieminister werden. Dabei wollte der ehemalige texanische Gouverneur das Minsterium früher abschaffen. Seine pikanteste Nominierung will der künftige amerikanische Präsident an diesem Dienstag verkünden.

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          Der frühere texanische Gouverneur Rick Perry soll Medienberichten zufolge neuer Energieminister in Amerika werden. Donald Trump habe sich für den 66 Jahre alten Republikaner entschieden, berichten die Sender CBS und NBC unter Berufung auf das Umfeld des designierten Präsidenten. Trump hatte Perry am Montag in New York empfangen. Für Kabinettsposten Nominierte müssen vom Senat bestätigt werden.

          Perry hatte Ende 2000 das Amt des Gouverneurs von Texas von George W. Bush übernommen, als der Präsident der Vereinigten Staaten wurde, und den Bundesstaat bis Anfang des vergangenen Jahres regiert. Er war sowohl bei der diesjährigen Präsidentschaftswahl als auch bei der vorherigen als Bewerber für die Nominierung der Republikanischen Partei angetreten. In Erinnerung blieb vor allem eine TV-Debatte 2011, bei der sich Perry blamierte, als er sich an eines von drei Ministerien, die er abschaffen wollte, nicht erinnern konnte. "Ups" entfuhr es ihm. Später fiel es ihm wieder ein: Es war das Energieministerium.

          Gary Cohn soll Trump in Wirtschaftsfragen beraten

          Außerdem wurde bekannt, dass Trump den Goldman-Sachs-Manager Gary Cohn als Chef des Nationalen Wirtschafstrates im Präsidialamt ausgewählt hat. Cohn ist derzeit Präsident und Chief Operating Officer (COO) der Großbank Goldman Sachs. „Als mein Top-Wirtschaftsberater wird Gary Cohn seine Talente als sehr erfolgreicher Geschäftsmann einsetzen, um für das amerikanische Volk zu arbeiten“, erklärte Trump am Montag.

          Gary Cohn im November im Trump Tower
          Gary Cohn im November im Trump Tower : Bild: AP

          Mit Cohn würde Trump schon die dritte Position mit einem Goldman-Sachs-Banker besetzen. Der designierte Finanzminister Steve Mnuchin arbeitete für das Unternehmen, ebenso Trumps Chefstratege im Weißen Haus, Stephen Bannon. Während des Wahlkampfs hatte Trump noch über einen längeren Zeitraum immer wieder gesagt, seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton werde von Goldman Sachs „total kontrolliert“.

          Rex Tillerson am 21. April 2015 auf einer Konferenz in Texas: Der Chef von ExxonMobil soll Amerikas neuer Außenminister werden.
          Rex Tillerson am 21. April 2015 auf einer Konferenz in Texas: Der Chef von ExxonMobil soll Amerikas neuer Außenminister werden. : Bild: Reuters

          Zudem scheinen sich die Meldungen der vergangenen Tage zu bestätigen, wonach Trump den Geschäftsführer des Mineralölkonzerns ExxonMobil Rex Tillerson zu seinem Außenminister macht. Trump habe sich festgelegt und die Entscheidung sei auf den 64-Jährigen Ölmanager gefallen, berichteten die Zeitung „New York Times“ und der Fernsehsender CNN am späten Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf Trumps Umfeld. Der Republikaner selbst hatte wenige Stunden zuvor erklärt, er wolle seine Wahl am Dienstagmorgen bekannt geben.

          Im Wahlkampf versprach Trump ein viel besseres Verhältnis zu Russland. Die Berufung Tillersons würde ganz auf dieser Linie liegen. Tillerson hat enge Verbindungen nach Russland und auch persönliche Bande zu Präsident Wladimir Putin. 2013 erhielt der künftige Chefdiplomat von Putin den Orden der Freundschaft.

          Tillerson steht seit 2006 als Vorstandsvorsitzender an der Spitze von ExxonMobil. Der gebürtige Texaner hat keinerlei politische Erfahrung, das teilt er mit Trump. ExxonMobil macht einen Umsatz von etwa 300 Milliarden Dollar. Es operiert auf allen Kontinenten und ist in etwa 70 Ländern vertreten.

          Tillerson muss noch durch den Senat

          Tillerson erwartet im Senat eines der vermutlich härtesten Bestätigungsverfahren, obwohl die Republikaner dort eine Mehrheit haben. Mächtige Senatoren wie John McCain oder Lindsey Graham haben angekündigt, sie hätten wegen der engen Russland-Verbindungen Tillersons eine Reihe von Fragen an ihn.

          Mit Tillerson besetzt Trump einen der letzten noch offenen herausragenden Posten seines Kabinetts. Um die Kandidaten war wochenlang spekuliert worden. Zunächst war New Yorks ehemaliger Bürgermeister Rudy Giuliani Favorit, zog aber überraschend zurück. Auf einer Liste aussichtsreicher Kandidaten stand dann plötzlich auch wieder Mitt Romney. Der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat hatte Trump im Wahlkampf noch scharf kritisiert.

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