https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/donald-trump-mein-wunderschoenes-zuhause-wird-durchsucht-und-besetzt-18231066.html

FBI durchsucht Trumps Anwesen : „Mein wunderschönes Zuhause wird durchsucht und besetzt“

  • Aktualisiert am

Ein Polizeiauto steht vor dem Wohnsitz des früheren US-Präsidenten Donald Trump Bild: EPA

Am Montagabend durchsuchen FBI-Beamte das Anwesen des früheren US-Präsidenten. Bei der Aktion soll es um Dokumente gehen, die Trump nach seiner Zeit im Weißen Haus mitnahm. Republikaner wittern „politische Verfolgung“.

          4 Min.

          Die Bundespolizei FBI hat nach Angaben von Ex-US-Präsident Donald Trump dessen Anwesen in Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida durchsucht. „Mein wunderschönes Zuhause ... wird derzeit von einer großen Gruppe von FBI-Agenten belagert, durchsucht und besetzt“, schrieb Trump am Montagabend (Ortszeit) auf dem von ihm mitbegründeten Netzwerk „Truth Social“. Medienberichten zufolge steht der Vorgang im Zusammenhang mit Trumps Umgang mit Akten und Dokumenten aus seiner Zeit im Weißen Haus. Die Durchsuchung des Eigentums eines ehemaligen Präsidenten ist höchst ungewöhnlich.

          „Diese unangekündigte Razzia in meinem Haus war weder notwendig noch angemessen“, schrieb Trump weiter. Es sei „sogar“ sein Safe geöffnet worden. Trump nannte den Vorgang „politische Verfolgung“ und eine Attacke der „radikal linken Demokraten“. Er verglich die Durchsuchung mit dem Watergate-Skandal, der 1974 den damaligen US-Präsidenten Richard Nixon zum Rücktritt zwang. Medien berichteten, dass das FBI am Montagabend (Ortszeit) die Durchsuchung beendet hatte. Der 76-Jährige soll nicht zu Hause gewesen sein.

          Der Ex-Präsident war bei den öffentlichen Anhörungen des Untersuchungsausschusses zur Kapitol-Attacke zuletzt von Zeugen schwer belastet worden. Demnach habe Trump gewusst, dass die Demonstranten am 6. Januar 2021 bewaffnet waren und sie bewusst zum Kapitol geschickt. Zuletzt hatten sich die Hinweise verdichtet, dass das Justizministerium das Verhalten Trumps selbst genauer untersucht. Im Raum steht die Frage, ob Justizminister Merrick Garland strafrechtliche Schritte gegen Trump einleiten könnte.

          Angeblich Dokumente vernichtet

          Nun gab es offenbar vor allem Ärger, weil Trump Dokumente mit nach Mar-a-Lago genommen haben soll, die mutmaßlich als Verschlusssache gekennzeichnete Informationen zur nationalen Sicherheit enthielten. Hinzu kommt, dass in den USA in der Regel jede Korrespondenz des Präsidenten archiviert und für die Nachwelt aufgehoben wird. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, dass die Untersuchung im Zusammenhang mit den Dokumenten stünde.

          Das Anwesen Mar-a-Lago von US-Präsident Trump ist auf einer Archivaufnahme zu sehen.
          Das Anwesen Mar-a-Lago von US-Präsident Trump ist auf einer Archivaufnahme zu sehen. : Bild: J. David Ake/AP/dpa

          Trump allerdings soll nach seiner Amtszeit 15 volle Kisten mit Regierungsdokumenten, Erinnerungsstücken, Geschenken und Briefen aus dem Weißen Haus in sein Haus in Florida gebracht haben. Medien zufolge waren darunter auch Briefe des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un und ein Schreiben von Trumps Vorgänger Barack Obama.

          Trump hatte schließlich mehrere Dokumente an die Nationale Verwaltungsstelle für Archivgut und Unterlagen übergeben und dies damals auch selbst bestätigt. Die Justiz soll allerdings eine Untersuchung eingeleitet haben. Für eine Durchsuchung des Eigentums eines Ex-Präsidenten braucht es eine Genehmigung auf höchster Ebene des Justizministeriums. Beamte des Justizministeriums lehnten es ab, sich zum Durchsuchungsbefehl zu äußern, wie die „New York Times“ schrieb.

          Dokumente in der Toilette des Weißen Hauses?

          Trump nahm am Montagabend (Ortszeit) noch an einer geplanten Veranstaltung mit der ultrakonservativen ehemaligen Vize-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin per Telefon teil. Sie will bei den Kongresswahlen im Herbst als Abgeordnete in das US-Repräsentantenhaus gewählt werden. „Ein weiterer Tag im Paradies“ und „Das war ein seltsamer Tag“ war der Zeitung zufolge alles, was Trump zu den Ereignissen sagte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Pedro Sánchez , der spanische Ministerpräsident im Interview mit F.A.Z.-Korrespondent Hans-Christian Rößler im Oktober 2022 in Madrid. 09:07

          F.A.Z. Frühdenker : Bekommt Deutschland Gas aus Spanien?

          Scholz und Sánchez treffen sich zu Deutsch-Spanischen Regierungskonsultationen. Merz tourt durch Niedersachsen. Und: In Hamburg und Baden-Württemberg könnten einige Arztpraxen geschlossen bleiben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.