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Donald Trump in Warschau : Jubeln für den Präsidenten

  • -Aktualisiert am

Das amerikanische Präsidentenpaar kommt am Mittwochabend in Warschau an. Bild: AP

Präsident Trump ist vor dem G-20-Gipfel zu Besuch in Polen. Dort will er sich endlich mal wieder feiern lassen. Die Polen hoffen auf ein Signal der Stärke in Richtung Russland. Trump hat jedoch unterschiedliche Interessen im Blick.

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          Polen für Donald Trump“ heißt eine Facebook-Gruppe, die beim Besuch des amerikanischen Präsidenten im Land gute Stimmung verbreiten will. Mehrere Unternehmen veranstalten ein Picknick für die Bürger in Warschau – und die Regierung hat einen herzlichen Empfang angekündigt. Jaroslaw Kaczynski, Chef der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), sagte: „Wir haben einen neuen Erfolg, den Besuch von Donald Trump!“ Amerikanische Medien berichten, dass die polnische Regierung extra Unterstützer in Bussen herankarren werde, wenn Trump heute seine Rede in Warschau hält.

          Inszeniert oder nicht – Bilder von jubelnden Massen könnte Trump zur Abwechslung gut gebrauchen. Zu Hause steht er durch die Diskussion über seine Anti-Medien-Tweets und die Ermittlungen in der Russland-Affäre unter Druck. Und in Hamburg erwarten ihn beim G-20-Gipfel Regierungschefs, die ihm eher kritisch gegenüber stehen. Polens rechtsgerichtete Regierung aber ist schon lange auf Distanz zu vielen anderen Staaten gegangen. Beim Thema Flüchtlinge etwa ähneln ihre Verlautbarungen mehr denen von Donald Trump als jenen der westeuropäischen Partner. Und auch bei der Auseinandersetzung über den Klimawandel kann der amerikanische Präsident in Polen auf mehr Verständnis hoffen als in anderen Ländern.

          Donald Trump in Warschau : Polnische Regierung macht sich Hoffnungen

          Polen will Bekenntnis zur Militärpräsenz im Land

          Trump trifft zuerst Polens Präsidenten Andrzej Duda. Danach ist er Gast beim Gipfel der Drei-Meere-Initiative, bevor er in der Nähe des Denkmals für den Warschauer Aufstand von 1944 spricht. Die polnische Regierung erhofft sich von Trump eine Bekräftigung des traditionell guten Verhältnisses beider Länder und ein Bekenntnis zur etwa 5000 Mann starken amerikanischen Militärpräsenz im Land „Wir wollen die Zusicherung, dass amerikanische Soldaten in Polen bleiben, so lange es von Osten her eine Bedrohung gibt“, sagte Außenminister Witold Waszczykowski.

          Denn Polen und auch die baltischen Staaten fühlen sich seit Beginn des Konflikts in der Ukraine verstärkt von der russischen Regierung bedroht. Die zusätzlichen tausend Soldaten, die die Nato im vergangenen Jahr in diesen Ländern abstellte, werden von einem amerikanischen Bataillon angeführt. Donald Trump bekannte sich auf seiner letzten Europa-Reise jedoch nicht zum Artikel 5 der Nato-Charta, der alle Mitglieder zur gegenseitigen Unterstützung im Verteidigungsfall verpflichtet. Damit sorgte er erst für erhebliche Irritationen, gab dieses Bekenntnis später aber auf Nachfrage eines Journalisten doch noch ab. Der polnische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Piotr Wilczek, sagte vor Trumps Besuch in Warschau: „Wir würden dieses Bekenntnis am liebsten täglich von ihm hören.“ Die Gefahr, die Russland für seine Nachbarn darstelle, könne schließlich gar nicht überbetont werden, so Wilczek.

          Trump steht beim Thema Russland in mehrfacher Hinsicht unter Druck. Einerseits hat er signalisiert, das Verhältnis der Vereinigten Staaten zur Regierung in Moskau verbessern zu wollen. Andererseits wird in den Vereinigten Staaten jede Äußerung Trumps zu Russland im Zusammenhang mit den Ermittlungen in der Wahlkampf-Affäre bewertet. Und Trumps Überlegungen, die Sanktionen gegen Russland zu lockern, scheiterten vorerst an einer seltenen Einhelligkeit beider Parteien im Kongress.

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