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Trump trifft Johnson : „Die Anführer kommen sehr gut miteinander aus“

  • Aktualisiert am

Starten gemeinsam in den Gipfel-Tag: Boris Johnson und Donald Trump Bild: Reuters

Amerikas Präsident lobt das Mittagessen mit Macron und trifft sich mit dem britischen Premier zum Frühstück. Bei dem Gespräch mit Johnson bekräftigen beide die Zusammenarbeit nach dem Brexit. Es werden aber auch Differenzen deutlich.

          Amerikas Präsident Donald Trump hat die bisherigen Treffen beim G-7-Gipfel im französischen Biarritz gelobt und die Berichterstattung der Medien kritisiert. Trump schrieb am Sonntag auf Twitter, die „Fake News“-Medien hätten vorausgesagt, dass der Gipfel katastrophal werde, weil seine Beziehungen zu den Staats- und Regierungschefs der anderen sechs G-7-Staaten angespannt seien. Diese Medien versuchten zudem, eine Rezession in den Vereinigten Staaten herbeizureden, um seine Wiederwahl 2020 zu verhindern.

          „Nun ja, wir haben sehr gute Treffen, die Anführer kommen sehr gut miteinander aus und unserem Land geht es wirtschaftlich großartig“, schrieb Trump. Als „Fake News“-Medien verunglimpft Trump Medien, die kritisch über ihn berichten. Trump kam am Sonntag zunächst mit dem britischen Premierminister Boris Johnson zu einem Arbeitsfrühstück zusammen. Danach wollte er an einer G-7-Sitzung zur Weltwirtschaft, zur Außenpolitik und zu Sicherheitsthemen teilnehmen.

          „Das Mittagessen mit Emmanuel war das beste Treffen“

          Trump und Johnson streben nach dem Brexit rasch einen britisch-amerikanischen Handelsvertrag an. „Wir werden bald ein Handelsabkommen abschließen können“, sagte Trump zum Auftakt des Gesprächs mit Johnson. Man werde einen „sehr großen“ Pakt abschließen. Johnson sei im übrigen „der richtige Mann“ für den Brexit. „Es gibt riesige Gelegenheiten für Großbritannien auf dem US-Markt“, sagte der britische Premierminister. Er räumte allerdings ein, dass die Verhandlungen mit Washington schwierig würden. Er freue sich auf „umfassende Gespräche darüber, wie wir unsere Beziehungen auf alle möglichen Arten weiterentwickeln können, besonders beim Handel“.

          Trump lobte Johnson zudem und erklärte: „Er ist der richtige Mann für den Job“. Der britische Premier benötige von ihm keinen Rat, was den Austritt aus der EU angehe. „Das ist eine Person, die meiner Meinung nach ein großartiger Premierminister sein wird.“ Es war das erste Mal, dass Trump mit Johnson in dessen Rolle als neuer Premierminister zusammenkam. Für Johnson ist es der erste Auftritt als Regierungschef bei einem G-7-Gipfel. Trumps Regierung unterstützt den harten EU-Austrittskurs Johnsons.

          Trump sagte mit Blick auf den EU-Austritt der Briten, diese hätten danach „keinen Anker am Fußgelenk“. Johnson fügte hinzu: „Wenn wir von Anker sprechen, wir wollen, dass unsere Schiffe Fracht etwa von New York nach Boston bringen, was wir im Moment nicht tun können.“ Johnson hatte am Samstag auf dem Weg nach Biarritz vor mitreisenden Reportern gesagt, es gebe weiterhin erhebliche Handelsbarrieren für britische Unternehmen in den Vereinigten Staaten. Die „amerikanischen Freunde“ müssten daher zu Kompromissen bereit sein.

          Zudem wurden Differenzen zwischen beiden Politiker deutlich: Trump verteidigte die neuen Strafzölle gegen China. Er erwarte keine negativen Marktreaktionen. Der Handelsstreit mit China helfe vielmehr beim Abschluss eines „sehr großen“ Handelsabkommens mit Japan. Johnson betonte dagegen, dass er für Freihandel sei. Großbritannien setze auf friedliche Handelsbeziehungen.

          Trump war nach seiner Landung in dem südwestfranzösischen Seebad am Samstag zunächst mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zusammengekommen. „Das Mittagessen mit Emmanuel war das beste Treffen, das wir bislang hatten“, schrieb Trump danach. Auch das Abendessen mit den Staats- und Regierungschefs sei sehr gut verlaufen. Frankreich und Macron hätten bislang einen großartigen Job bei dem „sehr wichtigen“ Gipfel gemacht. Das Gipfeltreffen der wichtigen Industriestaaten in Biarritz dauert noch bis Montag an.

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