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Trump und Las Vegas : Der Waffenfreund im Weißen Haus

Donald Trump bei seinem Auftritt bei der NRA im April dieses Jahres Bild: dpa

Die Vereinigten Staaten haben ein Waffenproblem. Niemand kann das ernsthaft bestreiten. Doch im Weißen Haus sitzt mit Donald Trump ein Freund der mächtigen Waffenlobby. Die darf weiter von Massenmorden profitieren. Ein Kommentar.

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          Die Vereinigten Staaten haben ein Waffenproblem. Niemand kann das ernsthaft bestreiten. Die Zahlen sprechen für sich und müssten jeden vernünftigen Menschen zur Einsicht zwingen: Der Massenmord in Las Vegas war in der jüngeren amerikanischen Geschichte zwar beispiellos, wird in die diesjährige Statistik der Massenschießereien aber nur als Nummer 273 eingehen. 272 Mal schon kamen 2017 bei einem „Mass shooting“ mehr als vier Personen durch Schusswaffen zu Tode. Insgesamt gab es in diesem Jahr bereits 46.695 Schusswechsel mit bisher 11.686 Toten. 773 von denen wurden von Polizisten erschossen. Das sind Horrorzahlen.

          Die Reflexe nach diesem aus der Masse der Vorfälle herausragenden Schusswaffenverbrechen sind dieselben wie stets: Während die Waffengegner nach härteren Gesetzen rufen, pocht die Waffenlobby auf ihr im zweiten Zusatz der Verfassung niedergelegtes Recht, Waffen tragen zu dürfen. Denn nur wer Waffen trage, könne sich im Notfall verteidigen und Schlimmeres verhindern. Dass dies wie so oft auch in Las Vegas gar nicht möglich war, weil sich der Schütze im 32. Stockwerk eines Hotels mit 23 Schusswaffen verschanzt hatte, lassen die Waffennarren dabei außer Acht.

          Nevada – ein Waffenparadies auf Erden

          Für sie ist der Bundesstaat, in dem Las Vegas liegt, das Paradies auf Erden: Ein Waffengesetz gibt es in Nevada im Grunde nicht. Wer ein Gewehr kaufen will, kann dies ohne Lizenz und Registrierung tun. Man darf seine Waffe auch offen tragen; nur wer sie verdeckt tragen will, braucht eine Genehmigung.

          Daran wird sich so schnell nichts ändern. Als Präsident Obama im Januar 2016 nach sieben Jahren im Amt über das Thema Waffen sprach, brach er in Tränen aus. Ihm stand die Verzweiflung über die Ignoranz im eigenen Land ins Gesicht geschrieben.

          Nach der Tragödie : Tiefe Trauer in Las Vegas

          Sein Nachfolger Trump sieht das ganz anders. Er hielt im April als erster Präsident seit Reagan eine Rede auf der Jahrestagung der mächtigen National Rifle Association (NRA): „Ihr habt einen wahren Freund im Weißen Haus.“ Dass dieser Freund ins Weiße Haus kam, daran haben die NRA und ihre gut fünf Millionen Mitglieder durchaus Anteil.

          Die Waffenlobby darf also weiter von Massenmorden wie dem in Las Vegas profitieren: Wie nach jedem mörderischen Vorfall mit vielen Toten nahm auch am Montag die Zahl der Waffenverkäufe in den Vereinigten Staaten merklich zu. Nur zum Selbstschutz! Versteht sich. Welch’ bittere Ironie.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

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