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Trump und Putin : Warum Amerikas Rechte plötzlich Russland lieben

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Russlandfreund Trump: Er hat die ganze Partei von seinem Kurs überzeugt. Bild: dpa

Einst galt Russland den Republikanern als Staatsfeind Nummer eins. Die Zeiten haben sich geändert. Weil Trump mit Putin anbandelt, tun es ihm seine Parteikollegen gleich – mit teils wirren Kehrtwenden. Ein Gastbeitrag.

          Jahrzehntelang vereinte der Antikommunismus die Konservativen hinter der Republikanischen Partei. Eine ansonsten disparate Ansammlung von Falken auf dem Gebiet der nationalen Sicherheit, begeisterten Anhängern der freien Markwirtschaft und gesellschaftlichen Traditionalisten fand in der Republikanischen Partei zusammen, entschlossen, den sowjetischen Einfluss in aller Welt einzudämmen. All diese Wählergruppen hatten ihre Gründe, die gottlosen, auf den Export der Revolution bedachten Bolschewisten zu verachten. Obwohl Russland nicht länger den Marxismus-Leninismus propagiert, stellt es doch immer noch eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten, ihre Verbündeten und die liberale Weltordnung dar. Man denke nur an die Aggression gegenüber der Ukraine, die Intervention in Syrien und die Unterstützung von Extremisten in ganz Europa.

          Mit Donald Trump nominierten die Republikaner den russlandfreundlichsten Präsidentschaftskandidaten seit Henry Wallace, dessen Kandidatur 1948 für die Progressive Partei weitgehend von Kommunisten getragen wurde. Während des gesamten Wahlkampfs im vergangenen Jahr erging Trump sich in Lob auf den russischen Präsidenten (und ehemaligen KGB-Agenten) Wladimir Putin; er attackierte die Nato und ermunterte den Kreml, die E-Mails seiner demokratischen Gegenkandidatin zu hacken. Er schlug sogar vor, die russische Annexion der Krim – den ersten gewaltsamen Landraub in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg – anzuerkennen – ein Schritt, mit dem die Vereinigten Staaten sich in eine Reihe mit Kuba und Nordkorea stellen würden. Seit der Wahl widerspricht er ganz offen den Erkenntnissen der Geheimdienste, wonach Moskau sich in unseren demokratischen Prozess eingemischt hat, und bezeichnet solche Behauptungen als »politische Hexenjagd«.

          Durch seinen Sieg hat Trump auch andere Republikaner hinter sich gebracht. Die Einstellung der Republikaner gegenüber Russland hat sich dramatisch verbessert, seit Trump seine Kandidatur ankündigte. Im Juli 2014, vier Monate nach der Annexion der Krim, hatten nach einer Economist/YouGov-Umfrage nur zehn Prozent der Republikaner ein positives Bild von Putin. Heute sind es 37 Prozent. Nach einer aktuellen Umfrage des Chicago Council on Global Affairs unterstützen zwar 65 Prozent der Amerikaner eine Untersuchung der russischen Wahleinmischung durch den Kongress, aber eine knappe Mehrheit der Republikaner (51 Prozent) ist dagegen. Und nach einer gerade veröffentlichten HuffPost/YouGov-Umfrage möchten 82 Prozent der Hillary-Clinton-Wähler, aber nur 16 Prozent der Trump-Wähler an den als Reaktion auf die Einmischung gegen Moskau verhängten Sanktionen festhalten. Nun, da Russland seinen offiziellen Atheismus und Antikapitalismus aufgegeben hat, ist eine wachsende Zahl von Konservativen empfänglich für Trumps Annäherung an Russland.

           Opportunisten und Ideologen als zwei Lager

          Die prorussischen Konvertiten in der amerikanischen Rechten scheinen sich in zwei Gruppen einteilen zu lassen. Die Opportunisten wollen einfach nur Macht und sind bereit, dafür auch Prinzipien aufzugeben. Die Ideologen dagegen sehen in Russland allenfalls ein zeitweiliges Ärgernis oder sogar einen potentiellen Verbündeten im Kampf gegen den islamischen Extremismus.

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