https://www.faz.net/-gpf-aijku

Zu Gast bei Farage : Trump wirft Johnson „riesigen Fehler“ vor

Donald Trump und Nigel Farage im Jahr 2016 in Jackson, Mississippi Bild: AP

Donald Trump ist auf GB News bei Nigel Farage zu Gast. Er ätzt dort über Windräder, Herzogin Meghan und den vermeintlich nach links gerückten britischen Premierminister Boris Johnson.

          2 Min.

          Seit der frühere UKIP-Vorsitzende und Mitbegründer der Brexit-Partei Nigel Farage von der politischen Bühne in den Journalismus gewechselt ist, erfreut er seine Arbeitgeber gelegentlich mit Interviews, die er mit seinem Freund Donald Trump führt. Farages jüngste Plattform ist GB News, ein neuer britischer Fernsehsender, der sich als Alternative zur vermeintlich einseitigen, also zu linken BBC versteht.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Weil der frühere amerikanische Präsident eine gute Freundschaft ebenso schätzt wie ein gutes Geschäft, nutzte er den Auftritt, um die Aufmerksamkeit auf seinen Golfplatz in Schottland zu lenken. Dieser werde zunehmend von Windkraftwerken verschandelt, klagte er – das jedenfalls berichtete der Privatsender vor der Ausstrahlung des Gesprächs an diesem Mittwochabend.

          Boris Johnson, der auch mal ein Trump-Freund war, mache einen „riesigen Fehler“ mit seinem Plan, Großbritannien in ein „Saudi-Arabien der Windkraft“ zu verwandeln, sagte der Ex-Präsident. Die Windräder seien „Monster“, sähen „ekelhaft“ aus, „töten all die Vögel“ und fingen „nach ein paar Jahren an zu rosten“. „Umweltschützer lieben dieses Zeug, sie hassen die Welt.“ Windenergie sei „eine schreckliche Sache für Schottland – ich kann das sehen, weil ich große Ländereien in Schottland und Irland besitze, und ich blicke auf diese großartigen Felder mit diesen grauenhaften Windmühlen überall.“ Er habe in seiner Amtszeit ein gutes Verhältnis zu Johnson gehabt, aber nun sei der britische Premierminister „mehr (links-)liberal geworden“, soll Trump befunden haben.

          Lästereien über Herzogin Meghan

          „Nie ein großer Fan“ sei er dagegen von Meghan gewesen, sagte Trump. Die nun in Kalifornien lebende Herzogin von Sussex verhalte sich „sehr respektlos gegenüber der Queen“, die doch eine historische Person sei. Außerdem finde er es nicht in Ordnung, dass sie ihren royalen Titel in Anschlag bringe, wenn sie sich bei Kongress-Abgeordneten für Frauenrechte einsetze. Nicht zuletzt Prinz Harry werde von seiner Ehefrau „in schrecklicher Weise benutzt“. Er könne dem Prinzen nur „viel Glück“ wünschen, was dieser auch brauche. Während des amerikanischen Wahlkampfs im vergangenen Jahr hatten sich die Sussexes gegen „Hassreden“ und „Frauenfeindlichkeit” ausgesprochen, was als Einflussnahme zugunsten Joe Bidens wahrgenommen wurde.

          In dem Interview, das am Montag in Florida aufgenommen wurde, sprach Farage auch den Sturm aufs Kapitol nach Trumps Wahlniederlage an sowie den Impeachment-Prozess. Trumps Antworten hielt der Sender bisher zurück, ebenso die Information, wie er sich über eine abermalige Kandidatur bei Präsidentschaftswahlen äußerte. „Kein Thema ist tabu gewesen”, versprach GB News am Mittwoch. Und Farage schrieb an seine 1,6 Millionen Follower auf Twitter: „Verpasst das nicht!“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sinnbild für einen narzisstischen Chef: Michael Douglas als Gordon Gekkoim Film „Wall Street“

          Narzissmus im Job : Wenn der Chef nur sich selbst liebt

          Der Vorgesetzte ist dominant, leicht kränkbar oder cholerisch? Schnell liegt der Verdacht einer Persönlichkeitsstörung in der Luft. Doch schwierige Chefs sind nicht immer gleich Narzissten.
          Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB)

          Anleihekäufe : Die EZB bleibt im Krisenmodus

          Die jüngsten Beschlüsse zu den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank sind rechtlich bedenklich und strategisch äußerst ungeschickt, schreiben die Gastautoren Laus Adam und Hans Peter Grüner.
          Im Parlamentarischen Rat vor Gründung der Bundesrepublik Deutschland war die Zentrumspartei 1948 noch vertreten.

          Comeback nach 64 Jahren : Die Zentrumspartei ist wieder da

          Ein früherer AfD-Abgeordneter beschert der Partei nach 64 Jahren die Rückkehr in den Bundestag. Die älteste deutsche Partei war das politische Sprachrohr der Katholiken im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Wofür steht sie heute?