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Nato : Trump greift Deutschland wegen Militärausgaben an

  • Aktualisiert am

Donald Trump im Weißen Haus Bild: AP

Der amerikanische Präsident hat abermals die Höhe der deutschen Verteidigungsausgaben kritisiert. Während andere Nato-Länder sich an die Nato-Ziele hielten, liege Deutschland weiterhin darunter: „Das kann nicht sein.“

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          Amerikas Präsident Donald Trump hat Deutschland wegen der vergleichsweise niedrigen Verteidigungsausgaben kritisiert. Die Bundesrepublik müsse in der Nato Führungsstärke zeigen und sich mit dem jahrelangen Fehlbetrag beschäftigen, sagte Trump am Donnerstag bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Washington. Deutschland profitiere von dem Bündnis weit mehr als die Vereinigten Staaten. Er kritisierte auch die deutschen Gasimporte aus Russland. Darüber müsse man reden.

          Trump bezog sich mit seiner Kritik auf das Nato-Ziel, wonach alle Mitgliedsländer des Verteidigungsbündnisses zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für das Militär ausgeben sollten. Deutschland soll nächstes Jahr voraussichtlich 1,3 Prozent erreichen.

          „Wir müssen mehr tun“

          Stoltenberg stimmte Trumps Analyse zu. „Wir müssen mehr tun“, sagte er. Trumps Druck habe immerhin dazu geführt, dass inzwischen alle Mitgliedstaaten ihre Ausgaben erhöhten. Trump erklärte, das Bündnis müsse in dieser Frage zusammenstehen. „Manche Länder tun es, andere tun es nicht. Das kann nicht sein“, sagte Trump.

          Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte kürzlich erklärt, Deutschland wolle bis 2025 einen Wehretat in Höhe von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen. Die für das kommende Jahr geplanten Ausgaben von 41,5 Milliarden Euro müssten dafür Expertenschätzungen zufolge auf rund 60 Milliarden ansteigen. Die SPD hält das Ziel der Nato für überzogen und streitet darüber mit der Union.

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