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Diplomatische Krise : Montenegro und Serbien weisen Botschafter aus

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Montenegros Präsident Milo Djukanovic bei einem Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Oktober Bild: EPA

Am Balkan spitzt sich der Streit zwischen Serbien und Montenegro zu. Auslöser waren umstrittene Äußerungen über die Geschichte beider Länder. Nun wurden zwei Botschafter zu unerwünschten Personen erklärt.

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          Montenegro und Serbien haben den Botschafter des jeweils anderen Landes zur unerwünschten Person erklärt. Die Diplomaten müssen ihr jeweiliges Stationierungsland verlassen, wie die Außenministerien in Podgorica und Belgrad am Samstag mitteilten.

          Den Anfang machte Montenegro: Das kleine Balkanland wies den serbischen Botschafter Vladimir Bozovic aus. Der Diplomat habe sich in die inneren Angelegenheiten des Gastlandes eingemischt und damit gegen geltendes Völkerrecht verstoßen, erklärte das montenegrinische Außenministerium. Zuletzt hatte Bozovic in öffentlichen Äußerungen die rechtlich fragwürdige Vereinigung Montenegros mit Serbien im Jahr 1918 als „Befreiung“ und „Akt des freien Willens“ bezeichnet.

          Regierungswechsel in Montenegro erwartet

          Serbien reagierte wenige Stunden später. Im Zuge der Wechselseitigkeit erklärte Belgrad den montenegrinischen Botschafter Tarzan Milosevic zur unerwünschten Person und verwies ihn des Landes.

          Der Schritt der Regierung in Podgorica erfolgte vier Tage vor ihrer voraussichtlichen Ablösung. Am kommenden Mittwoch soll das Parlament über eine neue Regierung abstimmen, hinter der ein breites Oppositionsbündnis steht. In Montenegro regiert seit fast 30 Jahren in unterschiedlichen Funktionen Präsident Milo Djukanovic. Er hatte das kleine Balkanland 2006 in die Unabhängigkeit von Serbien und 2017 in die Nato geführt.

          Dominierende Kraft in der neuen Regierungskoalition ist die pro-serbische und pro-russische Demokratische Front (DF). Die kleineren Bündnispartner sind pro-westlich ausgerichtet, wollen aber wie das DF die angebliche Allmacht von Djukanovic brechen. In den Koalitionsverhandlungen wurde vereinbart, dass die Nato-Mitgliedschaft und der EU-Beitrittsprozess nicht in Frage gestellt werden sollen.

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