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Diplomatie oder Anbiederung? : Der Papst liebt China

Vor der katholischen Kirche St. Josef in Peking am 12. April Bild: Reuters

Papst Franziskus möchte gerne nach China reisen. Dafür ist der Vatikan zu Zugeständnissen an das kommunistische Regime bereit, die manchen in der Kirche zu weit gehen.

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          Die Jesuitenzeitschrift „Civiltà Cattolica“ gibt es seit April auch in einer Ausgabe in vereinfachtem Chinesisch. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin pries sie in einem Grußwort als „Instrument der gegenseitigen kulturellen und wissenschaftlichen Bereicherung“ auf dem Weg zu einer „Kultur des offenen Dialogs“. Zum Start des chinesischen Auftritts im Internet gab es lobende Artikel und zustimmende Analysen zu dem am 22. September 2018 unterzeichneten „vorläufigen Abkommen“ zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China, das die einvernehmliche Ernennung von Bischöfen regelt.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Der Chefredakteur von „Civiltà Cattolica“ ist der Jesuitenpater Antonio Spadaro, der als enger Vertrauter und Berater von Papst Franziskus gilt, der gleichfalls Jesuit ist. Unter Franziskus haben Spadaro und sein Blatt immens an Bedeutung gewonnen: Die Zeitschrift wurde zum inoffiziellen Sprachrohr des Papstes und zum bevorzugten Forum für Debatten, die Franziskus anstößt. Zum 170. Jahrestag der Gründung der „Civiltà Cattolica“ sandte der Papst jüngst seine besten Wünsche und würdigte die internationale Ausrichtung der Zeitschrift. „Bekämpft Hass, Engstirnigkeit und Vorurteile“, schrieb der Papst der Redaktion wohlwollend ins Stammbuch.

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