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Schottlands Schicksalswahl : Niemand möchte eine Grenze

Schottlands Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon während des Wahlkampfs in der Stadt Dumfries Bild: dpa

Die Wahl in Schottland könnte das Vereinigte Königreich zerreißen und über das Schicksal von Boris Johnson entscheiden. Ausgerechnet die Brexiteers lobpreisen die Vorzüge einer Union – und Brexit-Gegner einen Austritt.

          7 Min.

          Seit mehr als dreihundert Jahren bilden England und Schottland eine Union, aber die Grenze ist bis heute sichtbar. „Scotland Welcomes you“ steht auf dem Schild hinter der Brücke über den Fluss Tweed. Mit dem Örtchen Coldstream, am nördlichen Ufer, beginnt der schottische Teil Großbritanniens. Werden hier, auf der Coldstream Bridge, womöglich bald Grenzbeamte Posten beziehen und den Warenverkehr kontrollieren?

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Die Frage ist zur Plage für Nicola Sturgeon geworden, die ihre Schottische Nationalpartei (SNP) an diesem Donnerstag ein weiteres Mal zum Sieg führen will. Erreicht sie das Ziel, wofür alle Umfragen sprechen, will sie die Mehrheit im Parlament von Edinburgh zu einem Mandat für ein neues Unabhängigkeitsreferendum erklären. Aber anders als vor der Volksabstimmung von 2014 werden ihr diesmal Fragen gestellt, die sie nicht überzeugend beantworten kann, allen voran die Sache mit der Grenze. Schuld ist der Brexit, der sich für die SNP als Segen und Fluch erwiesen hat.

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