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Ukraine-Update : „Sie sterben wie die Fliegen“

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Ein ukrainischer Panzer fährt durch die Region Donezk im Osten des Landes. Bild: AP

Russland verliert laut dem Luhansker Gouverneur bis zu zehn Mal mehr Soldaten als die Ukraine. Doch auch Kiew beklagt hohe Verluste. Präsident Selenskyj wirbt für eine Annäherung an die EU. Der Überblick.

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          Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow schätzt die Lage an der Front derzeit als schwierig ein. „Jeden Tag werden bis zu 100 unserer Soldaten getötet und bis zu 500 verwundet“, schrieb Resnikow bei Facebook. Russland erleide zwar große Verluste. „Aber es gibt immer noch Kräfte, die in einigen Teilen der Front vorrücken“, betonte er. Die Ukraine brauche dringend schwere Waffen. „Wir haben bewiesen, dass wir im Gegensatz zu vielen anderen den Kreml nicht fürchten. Aber als Land können wir es uns nicht leisten, unsere besten Söhne und Töchter zu verlieren.“ Präsidentenberater Mychajlo Podoljak sprach gar von 100 bis 200 Toten täglich.

          „Die Russen haben wesentlich mehr Verluste als die Ukrainer“, teilte der Luhansker Gouverneur Serhij Hajdaj bei Facebook mit. Das Verhältnis liege „bei eins zu zehn“. Die russische Armee habe die Überreste von Einheiten aus der Teilrepublik Burjatien im Fernen Osten Russlands abgezogen. „Sie sterben wie die Fliegen“, meinte Hajdaj. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

          Putin vergleicht sich mit Peter dem Großen

          Unterdessen stellte Kremlchef Wladimir Putin in Moskau den von ihm befohlenen Waffengang gegen die Ukraine auf eine Ebene mit dem Großen Nordischen Krieg unter Zar Peter I. – und sprach von einer Rückholaktion russischer Erde. Russland hatte die Ukraine am 24. Februar angegriffen. Der Freitag ist für Kiew der 107. Tag des Krieges.

          Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sicherte der Ukraine bei Bedarf die Lieferung weiterer schwerer Waffen zu. In einem Telefonat mit Selenskyj habe Macron betont, dass sein Land weiter an der Seite der Ukraine stehe, teilte der Élysée-Palast mit. Macron habe Selenskyj nach Bedürfnissen in Bezug auf militärische Ausrüstung, politische und finanzielle Unterstützung sowie humanitäre Hilfe gefragt.Unklar sei dagegen bisher noch, wann Deutschland die jüngst der Ukraine zugesagten Waffen liefern werde, beklagte der Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk.

          Kiew kritisierte unterdessen das Todesurteil des Obersten Gerichts der separatistischen Donezker Volksrepublik gegen drei ausländische Kämpfer der ukrainischen Armee.

          Im Osten nichts Neues

          Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht die Lage seines Landes im Krieg gegen die russischen Angreifer weiter als kompliziert. Auf dem Schlachtfeld im Osten des Landes stemme sich die ukrainische Armee mutig gegen den Feind, sagte er. Die Situation an der Front sei „ohne wesentliche Änderungen“, sagte Selenskyj am Donnerstag in einer Videobotschaft. Der strategisch wichtige Ort Sewerodonezk und seine Nachbarstadt Lyssytschansk sowie andere Städte im Donbass, die russische Angreifer derzeit als Schlüsselziele im Osten des Landes betrachteten, könnten sich wirksam verteidigen. Er warb für eine weitere Annäherung der EU an sein Land. „Die meisten Europäer unterstützen die Integration der Ukraine.“

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