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Krieg um Nagornij-Karabach : Die Türkei sichert Aserbaidschan militärische Hilfe zu

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Mitglieder der Organisation Turkey Youth Foundation (TÜGVA) schwenken vor dem aserbaidschanischen Konsulat in Istanbul Flaggen als Zeichen der Solidarität. Bild: dpa

Für den Abschuss eines armenischen Kampfflugzeugs will Ankara nicht verantwortlich sein. Von nun an aber will die Türkei in Nagornij-Karabach offiziell mitmischen.

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          Im neu aufgeflammten Konflikt um die Kaukasus-Region Nagornij-Karabach hat die Türkei Aserbaidschan offiziell militärische Unterstützung zugesichert. Die Türkei werde bei einem Hilfegesuch Aserbaidschans „tun was notwendig ist“, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Mittwoch auf eine entsprechende Frage von Journalisten der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

          Am Dienstag hatte die Regierung in Ankara die Darstellung Armeniens als falsch zurückgewiesen, die türkische Luftwaffe habe ein armenischen Kampfflugzeug abgeschossen. Die Regierung Armeniens veröffentlichte am Mittwoch Fotos des Flugzeugwracks und bekräftigte ihre Vorwürfe an die Türkei.

          Die Kämpfe zwischen armenischen und aserbaidschanischen Truppen hielten am Mittwoch den vierten Tag in Folge an. Seit Sonntag geht der jahrzehntelange Konflikt immer häufiger in schwere Kämpfe über. Beide Länder streiten seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion über die Zugehörigkeit des Gebiets, das hauptsächlich von Armeniern bewohnt wird und sich 1991 von Aserbaidschan lossagte. Die Region im Südkaukasus mit etwa 150.000 Einwohnern wird aber von keinem Staat als unabhängig anerkannt.

          Armenien ist mit Russland verbündet und bekam am Mittwoch auch Rückendeckung von Frankreich. Präsident Emmanuel Macron kritisierte die Äußerungen der Türkei zugunsten von Aserbaidschan auf einer Pressekonferenz als „rücksichtslos und gefährlich“.

          Cavusoglu reagierte darauf umgehend: In dem Interview mit Anadolu erklärte er, Frankreichs Solidarität mit Armenien komme einem Freibrief für eine Besetzung Aserbaidschans gleich. Macron kündigte an, über den Konflikt am Mittwochabend mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und am Donnerstag mit Amerikas Präsident Donald Trump zu beraten. Russland steht an der Seite Armeniens.

          Die Bundesregierung hatte die Kämpfe am Dienstag als „gefährliche Lage“ bewertet. Regierungssprecher Steffen Seibert appellierte im Namen der Bundesregierung nachdrücklich an die Konfliktparteien, einen Waffenstillstand auszurufen und unverzüglich miteinander zu verhandeln.

          Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wies Armenien und Aserbaidschan derweil an, jede Militäraktion zu vermeiden, die Zivilisten gefährden könnte. Die Kämpfe seien ein ernsthaftes Risiko für Verletzungen der Europäischen Menschenrechtskonvention, der beide Staaten angehören, erklärte das Gericht mit Sitz in Straßburg am Mittwoch.

          Armenien hatte das internationale Gericht Anfang der Woche eingeschaltet. Mit dem Antrag wollte die Führung in Jerewan erreichen, dass das Nachbarland Angriffe auf zivile Siedlungen und die Zivilbevölkerung beendet. Der EGMR gehört zum Europarat. Gemeinsam kümmern sie sich um den Schutz und Umsetzung der Menschenrechte in 47 Staaten. Er ist kein Gericht der Europäischen Union.

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