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Türkei-Kommentar : Ankara könnte die Krise nutzen

In der Türkei sitzen immer noch viele unschuldig in Haft. Bild: EPA

Die deutsch-türkische Freundschaft hat in den vergangenen Jahren erheblich gelitten. Die Türkei müsste aber Vertrauen schaffen und alte Freundschaften wiederbeleben.

          Unter Freunden hilft man sich. Das steht außer Frage. Die deutsch-türkische Freundschaft hat in den vergangenen Jahren aber erheblich gelitten. Dazu beigetragen haben nicht zuletzt die Verhaftungen deutscher Staatsbürger, die in der Türkei mit fadenscheinigen Gründen ins Gefängnis gesteckt worden sind. Endlich ist die Ausreisesperre der Ulmerin Mesale Tolu aufgehoben worden. Je mehr der Druck auf die Türkei und ihre Währung steigt, desto nachsichtiger werden Präsident Erdogan und die türkische Justiz.

          Bislang haben sie die massive Verhaftungswelle mit dem Putschversuch vom Juli 2016 erklärt. Unbestritten ist, dass jemand, der sich an dem Aufruhr beteiligt hat und in einem rechtsstaatlichen Verfahren verurteilt wurde, ins Gefängnis gehört. In Haft sind aber weiter zehntausende mutmaßlich Unschuldige, etwa der Journalist Berberoglu und der Kulturmäzen Kavala.

          Die Türkei könnte die aktuelle Krise nutzen, um der Welt zu zeigen, dass sie den Putschversuch aufgearbeitet hat und zur Rechtsstaatlichkeit zurückkehrt. So könnte sie Vertrauen schaffen und alte Freundschaften wiederbeleben.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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