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Weitgehende Lockerungen : Die Schweiz steht vor dem Feiersommer

Gäste dürfen ab Montag auch drinnen empfangen werden: eine Restaurantterrasse Mitte April in Lausanne Bild: EPA

Weil die bisherigen Öffnungsschritte nicht zu einem Anstieg der Corona-Infektionen geführt haben, wagt die Schweiz weitgehende Lockerungen. Auch in Innenräumen sind ab Montag Veranstaltungen mit 100 Teilnehmern möglich.

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          „Die Entwicklung verläuft gut, aber wir sind noch nicht über den Berg.“ Mit diesen Worten läutete am Mittwoch der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset eine weitere Runde von Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen ein. Die Schweiz öffnet dabei stärker, als es die Regierung in Bern vor kurzem noch in Aussicht gestellt hatte.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Von Montag an dürfen die Restaurants auch in ihren Innenräumen Gäste bewirten, wobei pro Tisch nur vier Personen Platz nehmen dürfen. An Veranstaltungen in Innenräumen dürfen fortan 100 statt 50 Personen teilnehmen, wobei die Räume nur zur bis Hälfte ihrer Kapazität genutzt werden dürfen. Für Veranstaltungen im Freien sind ab Montag 300 Personen zugelassen, und auch Thermalbäder sowie Wellnessanlagen dürfen wieder öffnen. Die Kapazitätsbeschränkungen für Präsenzveranstaltungen an Hochschulen werden aufgehoben, und die Homeoffice-Pflicht wird ersetzt durch die Empfehlung, möglichst von zu Hause aus zu arbeiten.

          Die weitgehenden Lockerungsschritte begründete Gesundheitsminister Berset mit der verbesserten epidemiologischen Lage. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 78 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. Anders als von Virologen befürchtet, haben sich die bisherigen Öffnungsschritte nicht erkennbar negativ im Infektionsgeschehen niedergeschlagen. Dies führte Berset zum einen auf die Fortschritte in der Test- und Impfkampagne zurück. „Alles deutet darauf hin, dass alle vulnerablen Personen bis Ende Mai geimpft sind.“ Insgesamt beträgt die Impfquote in der Schweiz hinsichtlich der Erstimpfung 32 Prozent gegenüber 40 Prozent in Deutschland.

          Sofern sich die Lage weiter verbessert, stellt die Regierung zum Sommer hin weitere Öffnungsschritte in Aussicht. So könnten von Juli an drinnen 3000 und draußen 5000 Menschen an Großveranstaltungen wie zum Beispiel Konzerten teilnehmen. Ende August könnte die Besucherzahl gar auf 10.000 steigen.

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