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Staatenbund ECOWAS : Westafrikas neue Wertegemeinschaft?

Machtwort in Richtung Mali: Der Präsident Ghanas als Vorsitzender der ECOWAS-Tagung am vergangenen Wochenende Bild: AFP

Einst als Wirtschaftsgemeinschaft gegründet, versucht sich der westafrikanische Staatenbund ECOWAS jetzt auch in Demokratieförderung. Jüngstes Beispiel: Mali, dessen Mitgliedschaft suspendiert wurde.

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          Immer wieder hatte die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS versucht, in Mali zu vermitteln. Nach dem zweiten Putsch innerhalb eines Jahres hat sie nun Konsequenzen gezogen – und das Land vor die Tür gesetzt. Bei einem Sondergipfel verurteilten die Staats- und Regierungschefs des Bündnisses die Machtübernahme durch das Militär scharf und forderten die sofortige Ernennung eines zivilen Ministerpräsidenten. Malis Mitgliedschaft in der ECOWAS ruht nun so lange, bis das Land Wahlen abgehalten hat. Die nun abgesetzte Übergangsregierung hatte das eigentlich für Ende Februar 2022 angekündigt.

          Franca Wittenbrink
          Redakteurin in der Politik.

          Was nach einem drastischen Schritt für eine Organisation klingt, die ursprünglich vor allem einen gemeinsamen Binnenmarkt und eine Wirtschafts- und Währungsunion zum Ziel hatte, ist in den vergangenen Jahren zu einem fast üblichen Vorgehen des Verbundes geworden. 1975 wurde die „Economic Community of West African States“ als Organisation zur Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Westafrika gegründet.

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