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Missionare gekidnappt : Warum Haiti das Land mit den meisten Entführungen ist

Haitianer demonstrieren Ende Dezember 2020, am Internationalen Tag der Menschenrechte, in Port-au-Prince und fordern ihr Recht auf Leben angesichts einer Zunahme von Entführungen durch Banden. Bild: AFP

Nirgendwo werden so viele Menschen entführt wie in Haiti – die Gangs haben es mittlerweile auf ganze Gruppen abgesehen. Sie sind so mächtig, dass Bandenführer Jimmy „Barbecue“ Chérizier sogar den Premierminister düpiert.

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          Eines der Opfer soll während seiner Entführung noch auf WhatsApp geschrieben haben: „Bitte betet für uns! Wir werden festgehalten.“ Der Absender der Nachricht saß am Samstag zusammen mit anderen Missionaren der amerikanischen Organisation Christian Aid Ministries und Familienangehörigen in einem Bus auf dem Rückweg vom Besuch eines Waisenheims. Außerhalb der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince wurde der Bus von Gangmitgliedern abgefangen, danach verlor sich die Spur. Sechzehn Geiseln stammen aus den Vereinigten Staaten, eine Geisel aus Kanada. Unter ihnen befinden sich auch Kinder.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Hinter der Entführung soll die Gang „400 Mawozo“ stehen, die Teile eines Vorortes von Port-au-Prince kontrolliert und für Entführungen bekannt ist. In den vergangenen Monaten sollen die meisten Entführungen in Haiti von dieser Gang durchgeführt worden sein. Immer häufiger entführt sie ganze Gruppen.

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