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Handel mit China : So leicht geht Entkopplung nicht

Nachfrage aus Europa: Tausende Container mit Waren warten im Hafen der chinesischen Stadt Qingdao auf die Verschiffung. Bild: AP

China ist Rivale der westlichen Demokratien, es ist aber auch enger Wirtschaftspartner, für einige Staaten sogar der engste. So einfach funktioniert Blockbildung da nicht.

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          Es ist richtig, notwendig und auch überfällig, dass die großen westlichen Industrienationen und ihre demokratischen Partner sich über ihr Verhältnis zu China im Klaren werden. China strebt nach globaler wirtschaftlicher Dominanz und weitreichendem geopolitischen Einfluss; vermeintliche wirtschaftliche Abhängigkeit setzt die kommunistische Führung als Hebel an, um politische Gefügigkeit zu erzwingen. Das westlich-chinesische Verhältnis, das sich verfestigt, ist eines der Rivalität, ergänzt um mehr oder weniger starke Elemente des Wettbewerbs und, weit weniger stark, solche der Zusammenarbeit. Mit anderen Worten: Es ist komplex.

          Deswegen ist es nicht so einfach, um das Mindeste zu sagen, jetzt die große Entkopplung auszurufen. Es ist voreilig, die Aufteilung der Weltwirtschaft in zwei gegnerische Blöcke festzustellen. Dafür sind die westlichen Länder mit der chinesischen Wirtschaft zu eng verflochten, die europäischen übrigens noch am wenigsten. Japan, zum Beispiel, exportiert rund 22 Prozent seiner Gesamtausfuhr nach China; der australische Anteil beträgt sogar rund vierzig Prozent. Der südkoreanische liegt bei gut 25, der amerikanische bei knapp neun – und der deutsche Anteil bei acht Prozent. Bei den Importen ist der Warenstrom zum Teil, relativ gesehen, noch stärker: 19 Prozent aller amerikanischen Importe kamen 2020 aus China, in Japan lag der Anteil bei gut 25, in Australien bei knapp 29 und in Deutschland bei gut elf Prozent.

          Machen wir uns erpressbar?

          Es fällt auf, dass sich die nichteuropäischen Länder der politischen Instrumentalisierbarkeit ihrer engen außenhandelspolitischen Verflechtung, die sie in der Vergangenheit auch entgegen deutlicher Warnung sehenden Auges eingegangen sind – die Direktinvestitionen kommen ja noch hinzu –, mittlerweile bewusst sind. Es fällt überdies auf, dass sie Auseinandersetzungen mit China nicht aus dem Weg gehen. Es ist gut so, dass sie sich, etwa wie Australien, nicht politisch erpressen lassen. Der Aufstieg Chinas zur Groß- und zur Weltmacht wird mittlerweile auch als Bedrohung eigener Werte und Interessen wahrgenommen, jedenfalls nicht mehr als Akt politischer Unschuld.

          Aber wirtschaftliche „Entkopplung“ nach Jahren wachsender wirtschaftlicher Verflechtung, die zudem noch groß angepriesen wurde, ist etwas ganz anderes. Es ist eine Sache, über einen neuen kalten Krieg zu reden, etwas anderes, wenn die gegnerische Partei der wichtigste Wirtschaftspartner ist. Für die Europäer, wie gesagt, trifft das insgesamt nicht zu, mag auch für die deutsche Wirtschaft der chinesische Markt immer wichtiger werden.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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