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Deutsch-Saudische Beziehungen : Die Folgen eines Fake-Interviews mit von der Leyen

Frei erfundene Aussagen: Ursula von der Leyen während des Nato-Gipfels in Brüssel Bild: EPA

Erst verärgert Sigmar Gabriel als Außenminister die Saudis, dann erscheint ein frei erfundenes Interview von Verteidigungsministerin von der Leyen: Die deutsch-saudischen Irritationen nehmen kein Ende.

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          Die Episode illustriert, wie gespannt das Verhältnis zwischen Deutschland und Saudi-Arabien unverändert ist. Eine qatarische Zeitung, „al Sharq“, hatte am vergangenen Wochenende ein Interview mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen veröffentlicht, das jedoch nie stattgefunden hatte und frei erfunden worden war. Demnach soll von der Leyen am Rande des Nato-Gipfels vergangene Woche gesagt haben, Qatar sei „einer Verschwörung durch seine Nachbarstaaten“ ausgesetzt, die die Sicherheit des Staates Qatar und seiner Bürger bedrohe. Die Nato arbeite ernsthaft daran, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholten und sich kein mit der Nato verbündeter Staat einer solchen Situation ausgesetzt sehe. Qatar hatte beantragt, Mitglied der Nato zu werden, was das Bündnis im Juni aber abgelehnt hat.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Die Aufregung in Saudi-Arabien war groß. Denn Riad hatte, gemeinsam mit anderen arabischen Staaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, im Juni 2017 die diplomatischen Beziehungen zu Qatar abgebrochen. Zudem verhängten sie eine Land-, See- und Luftblockade gegen Qatar. Sie begründeten diese Maßnahmen mit der Unterstützung islamistischer Extremisten, die sie Qatar unterstellten. Vorausgegangen waren qatarische Verhandlungen in Syrien und im Irak, bei denen Qatar für die Freilassung qatarischer Bürger und syrischer Zivilisten offenbar bedeutende Lösegelder gezahlt hat.

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