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EU und Brexit-Verlängerung : Kein großes Theater

Unruhige Zeiten in London: Das Parlament am Mittwoch Bild: EPA

Die EU-Partner haben langsam die Nase voll von der unendlichen Geschichte namens Brexit. Trotzdem sollten sie sich nicht gegen eine Verlängerung stemmen.

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          Dass Londons europäische Partner langsam die Nase voll haben von der unendlichen Geschichte namens Brexit und von dem Geschehen in Westminster, das sich ihnen als Chaos darstellt, ist verständlich. Viel Zeit ist schon draufgegangen, (zu) viel Energie und Aufmerksamkeit sind in die Sache gesteckt worden.

          Dennoch ist es vernünftig, dem britischem Ersuchen um Verlängerung der Austrittsfrist abermals nachzukommen. Die EU-27 kann sich dem nicht verweigern, sonst führte sie ihre bisherige gut begründete Haltung, einen ungeordneten EU-Austritt des Königreichs unter allen Umständen zu vermeiden, ad absurdum. Es liegt im Interesse aller, einen geordneten Brexit hinzubekommen; wenn dafür ein paar zusätzliche Wochen gebraucht werden, sollte man sich nicht sperren und kein großes Theater darum machen.

          In London ändern sich die Bedingungen: Der Premierminister setzt auf Neuwahlen, von denen er sich eine Mehrheit und die Bestätigung als Premierminister verspricht. Wahlen scheinen der einzige Weg zu sein, der aus der Krise führt. Ob man allerdings auch darauf wetten kann?

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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