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Dialog mit Russland : Sich nicht von Lawrow beeindrucken lassen

Der russische Außenminister Sergej Lawrow am 10. Oktober in Moskau Bild: dpa

Es war die russische Politik, die die Europäer gezwungen hat, gegenüber Moskau einen harten Ton anzuschlagen. Dass Außenminister Lawrow darauf harsch reagiert, ist nicht weiter schlimm.

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          In jenen gar nicht so weit zurückliegenden Zeiten, in denen die EU im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen die Wörter „Russland“ und „Partnerschaft“ scheinbar gar nicht voneinander trennen konnten, provozierten Kreml-treue Außenpolitikfachleute gerne mit der Aufforderung, man möge doch diese ganzen rhetorischen Weichzeichner weglassen und hart über Interessen und Gegensätze reden.

          Die Westeuropäer in der EU haben lange gebraucht, bis sie an diesen Punkt gekommen sind. Immer wieder haben sie fast bis zur Selbstverleugnung auf Provokationen und aggressives Verhalten Moskaus mit der Suche nach verbliebenen gemeinsamen Interessen und mit Dialogangeboten reagiert. Es war die russische Politik, welche die Europäer gezwungen hat, einen anderen Ton anzuschlagen.

          Würde Russland, wie Außenminister Sergej Lawrow jetzt gesagt hat, deshalb „vielleicht für einige Zeit ganz aufhören, mit ihnen zu reden“, wäre das natürlich schlecht. Gerade in Zeiten der Konfrontation ist es wichtig, weiter direkte Kontakte zu pflegen. Aber die Europäer sollten sich von solchen Äußerungen nicht beeindrucken lassen, die mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Floskel als ernsthafte Ankündigung sind. Wenn jene Kontakte wegfallen, die ohnehin nur eine Simulation von Gesprächen waren, ist nicht viel verloren. Und dort, wo es um ernsthafte Interessen geht, kann die russische Führung es sich gar nicht leisten, nicht mit der EU zu reden.

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