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Pandemie in den USA : Mehr Neuinfektionen – die Corona-Lage spitzt sich wieder zu

  • -Aktualisiert am

Menschen in New York genießen die Zeit ohne Corona-Beschränkungen am East River. Bild: dpa

In Amerika steigt die Inzidenz wieder. Vor allem in Gegenden mit geringen Impfraten. In New York genießen die Menschen derweil die Zeit ohne Einschränkungen, während Los Angeles wieder eine Maskenpflicht verhängt.

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          Wer dieser Tage in New York ins Kino oder in eine Bar geht, kann den Eindruck gewinnen, die Pandemie sei vorüber. Menschen drängeln sich in voll besetzten Kneipen, ins Kino kommt man ohne Maske und braucht keinen Abstand zum Nachbarn mehr einzuhalten. Seit alle Beschränkungen aufgehoben wurden, tragen die New Yorker ihre Masken vor allem in der U-Bahn und im Bus. Inzwischen hat sich die Zahl der Covid-Neuinfektionen allerdings wieder verdoppelt: Gab es vor einigen Wochen noch um die 200 Neuinfektionen pro Tag, sind es inzwischen wieder mehr als 500. Und trotz einer ambitionierten Impf-Kampagne stagniert der Anteil der in der Stadt New York vollständig geimpften Erwachsenen bei 64 Prozent.

          Der Anstieg der Infektionszahlen wird der Delta-Variante des Virus zugeschrieben, die inzwischen für 40 Prozent der Neuansteckungen verantwortlich ist. Und er spiegelt den nationalen Trend. Vor weniger als vier Wochen wurden landesweit noch durchschnittlich um die 11.000 neue Fälle am Tag registriert. Inzwischen sind es im Sieben-Tage-Mittel 28.000 Neuansteckungen. Krankenhäuser in besonders betroffenen Bundesstaaten wie Louisiana und Mississippi berichten, dass sich ihre Intensivstationen wieder mit Covid-19-Patienten füllen. In Mississippi, wo zur Zeit sieben Kinder mit dem Virus auf der Intensivstation liegen, sind nur 33,5 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

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          Im ganzen Land sind es fast die Hälfte der Einwohner. Trotzdem gehen die Fallzahlen in beinahe allen Bundesstaaten nach oben. Besonders viele Neuansteckungen gab es in den vergangenen Wochen in Staaten mit niedrigen Impfquoten. In Arkansas etwa gab es Anfang Juni weniger als 200 neue Infektionen am Tag – inzwischen sind es wieder fast 1000 täglich. Die Behörden machen die Delta-Variante für den Anstieg in dem Staat im Süden verantwortlich und appellieren an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. In etlichen Gegenden mit hoher Impfquote sind die Infektionszahlen dagegen sehr niedrig. So meldete Vermont, der Bundesstaat mit den meisten Immunisierten, im Mittel über sieben Tage elf tägliche Neuansteckungen. Mit fast 75 Prozent ein- oder zweimal Geimpften nähert sich der Staat Bedingungen der Herdenimmunität.

          Vermont hat mit Phil Scott einen gemäßigt republikanischen Gouverneur, ist aber einer der liberalsten Bundesstaaten. Andere republikanische Bundesstaaten machten selbst während der tödlichsten Phasen der Pandemie mit aggressiven Öffnungsstrategien Schlagzeilen. Dazu gehörte Florida, wo es zur Zeit mehr als 5600 Neuansteckungen täglich gibt. Dort fielen alle Schutzregeln gegen das Virus bereits im Frühjahr. Aus dem Sonnenstaat gab es immer wieder Berichte darüber, dass die Behörden die Zahl der Toten zu niedrig angesetzt haben könnten. Zur Zeit liegt deren offizielle Zählung bei 38.000 Verstorbenen. Insgesamt starben in den Vereinigten Staaten bislang mehr als 608.000 Menschen nach einer Covid-19-Infektion.

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