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Krankenhauskaplan in Mailand : Auf den Schutzanzug schreibt er „Priester“

Don Giovanni Musazzi im Gespräch mit einer Ärztin des Sacco-Krankenhauses Bild: privat

Oft muss er sich damit begnügen, den Segen durch eine Glasscheibe hindurch zu spenden: Don Giovanni Musazzi ist Krankenhauskaplan in Mailand. Und in den meisten Fällen der einzige Besucher, den die schwerkranken Corona-Patienten noch empfangen dürfen.

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          Don Giovanni Musazzi ist seit November 2018 Krankenhauskaplan im Hospital „Luigi Sacco“ von Mailand. Im „Sacco di Milano“, wie die Klinik weithin genannt wird, werden jene Patienten aus dem Großraum Mailand behandelt, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben und unter schweren Symptomen einer beidseitigen Pneumonie leiden. Allein von Freitag auf Samstag stieg die Zahl der Infizierten in der Provinz Mailand um 279 auf fast 4700. Besonders der Trend macht Politikern und Wissenschaftlern in der lombardischen Hauptstadt Sorgen: Der Anstieg der Infektionszahlen in Mailand war zuletzt stärker als in den noch schlimmer von der Epidemie heimgesuchten Provinzen Bergamo und Brescia mit 5900 beziehungsweise 5000 Fällen.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          „Ich bin ein Besucher, der Zeugnis ablegt von der Gegenwart Gottes“, sagt Don Musazzi, der zur Priesterbruderschaft der Missionare des heiligen Karl Borromäus gehört. Krankenbesuche in Zeiten der Coronavirus-Pandemie sind sehr selten – und sehr kompliziert dazu. Angehörige sind auf den isolierten Intensivstationen nicht zugelassen. Das Risiko ist zu hoch, sich doch noch anzustecken und das Virus weiterzutragen.

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