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Herr Hoheit : Der österreichische Adelstitel lebt

Kaiser Franz Joseph von Österreich hat’s noch gedurft: den Titel mit sich tragen Bild: @arkivi UG

Vor 100 Jahren brachte das Ende der Monarchie in Österreich ein Verbot aller Adelstitel mit sich. Doch viele formell Nicht-mehr-Adelige wollen ungern auf ihre Anrede verzichten – mit paradoxen Folgen.

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          Vor hundert Jahren wurde in Österreich der Adel abgeschafft. In einem Gesetz aus dem April 1919 wurden der Adel, „seine äußeren Ehrenvorzüge sowie bloß zur Auszeichnung verliehene Titel und Würden“ aufgehoben. Das Führen von Adelsbezeichnungen, Titeln und Würden stand danach unter Strafe: es konnte mit einer Geldbuße bis zu 20.000 Kronen oder Arrest bis zu sechs Monaten geahndet werden. Hundert Jahre nach dem Ende der Monarchie sollte man meinen, das sei alles Schnee von gestern. Das ist es aber keineswegs.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und angrenzende Länder mit Sitz in Wien.

          Tatsächlich führen Österreicher, die aus Familien stammen, die 1919 vom Adelsaufhebungsgesetz betroffen waren, seither im öffentlichen und offiziellen Verkehr in der Regel keine Titel oder Bezeichnungen mehr, die auf die adelige Herkunft hinweisen. Der Fürst zu Schwarzenberg heißt Herr Schwarzenberg – oder auch Karel Schwarzenberg, seit er in der tschechischen Politik einen Namen hat.

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