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Rüstung : Litauen will in Berlin nicht wegen Radpanzern angefragt haben

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Ein Radpanzer Boxer der Bundeswehr in Afghanistan Bild: dpa

Litauen hat nach Angaben seines Botschafters in Berlin keine Anfrage zur Lieferung von „Boxer“-Radpanzern an die Bundesregierung gestellt. „Das muss ein Missverständnis sein“, sagte Deividas Matulionis zu entsprechenden Berichten am Wochenende.

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          Litauen hat nach Angaben seines Botschafters in Berlin keine Anfrage zur Lieferung von „Boxer“-Radpanzern an die Bundesregierung gestellt. „Das muss ein Missverständnis sein“, sagte Deividas Matulionis am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. „Es gibt eine Ausschreibung der litauischen Regierung für den Kauf von mehr als 100 Radpanzern, an der sich auch eine deutsche Firma beteiligt. Die Entscheidung fällt Ende März“, sagte der Diplomat. Er habe sich sehr über die Berichte gewundert. Möglicherweise habe es informelle Gespräche gegeben, aber keine Anfrage. Es gebe allerdings eine Anfrage zur Lieferung von Panzerhaubitzen.

          Die „Welt am Sonntag“ hatte berichtet, dass die frühere Sowjetrepublik dem Verteidigungsministerium in Berlin ein sogenanntes „Government to Government“-Geschäft vorgeschlagen habe. Damit könnte ein zeitaufwendiges Rüstungsexportverfahren vermieden werden. Der Verkauf von Rüstungsgütern an Nato-Staaten ist aber in der Regel unproblematisch. Ein Sprecher des Verteidigungsministerium hatte am Wochenende mitgeteilt, dass es Litauen aus seine Beständen keine „Boxer“ zur Verfügung stellen könne. Der Panzer wird von einem Konsortium der deutschen Rüstungskonzerne Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall hergestellt und ist von der Bundeswehr etwa in Afghanistan eingesetzt worden.

          Eigenbedarf für Ausbildung

          Die „Welt am Sonntag“ hatte einen Ministeriumssprecher mit den Worten zitiert: „Grundsätzlich begrüßen wir die Modernisierung der litauischen Streitkräfte angesichts des gestiegenen Sicherheitsbedürfnisses als Nato-Mitgliedsstaat. Wir versuchen deshalb, Litauen im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen. Eine Abgabe von gepanzerten Transportfahrzeugen der Bundeswehr oder der Weiterkauf von Fahrzeugen, die in den nächsten Jahren beschafft werden sollen, ist nicht vorgesehen.“

          Nach Informationen der Zeitung strebt Litauen den Kauf einer zweistelligen Zahl von Panzern an. Derzeit verfügt das Land über 300 ältere Transportpanzer des amerikanischen Typs M113.

          Verteidigungspolitiker von Union und SPD hatten der „Welt“ Unterstützung Litauens signalisiert. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Nato-Partner im Baltikum ihre Fähigkeiten steigern“, sagte der SPD-Abgeordnete Rainer Arnold. Unterhalb der Schwelle von Truppenentsendungen „sollten wir alles tun, was unseren Partnern hilft“.  der 

          Der CSU-Abgeordnete Florian Hahn sagte mit Blick auf das Agieren Russlands: „In dieser Lage sind wir angehalten, unsere Nato- und EU-Partner im Baltikum so weit wie möglich zu unterstützen“. Das gelte auch für Beschaffungsvorhaben wie den Transportpanzer „Boxer“.

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