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Deutschland und China : Merkels Botschaft

Nicht nur Donald Trump, auch Angela Merkel beherrscht das Spiel der Macht. Das hat sie bei ihrem China-Besuch eindrücklich gezeigt.

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          Eine unauffällige Bemerkung der Kanzlerin am Rande ihres China-Besuches hat es in sich. Angela Merkel sagte, wenn die amerikanischen Sanktionen gegen europäische Unternehmen in Kraft träten, die Geschäfte mit Iran machen, würde zumindest ein Teil dieser Unternehmen sich zurückziehen. „Natürlich entsteht dadurch die Möglichkeit, dass dann andere mehr in den Iran hineingehen können.“ Dies in Peking, in Gegenwart des Ministerpräsidenten Li Keqiang. Klar, wer mit den „anderen“ gemeint war, doch falls es irgendwer, zum Beispiel im Weißen Haus, nicht verstanden haben sollte, fügte die Kanzlerin hinzu, es handele sich um eine „chinesische Entscheidung“. Sie könne der nicht vorgreifen.

          Wenn das keine Einladung war, was dann? Donald Trump ist ein grober, aber auch schlauer Mann. Er meint, fast niemand außer ihm selbst beherrsche das Spiel der Macht. Respekt zollt er nur jenen, die wie er dessen Regeln brechen, um daraus Vorteile zu ziehen. Merkel dagegen spricht nun immer öfter von „regelbasierter“ Politik, sowohl in Bezug auf Welthandel als auch auf Weltordnung. Aber das Spiel der Macht, das beherrscht sie auch.

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