https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/deutschland-sucht-dringend-nach-energietraegern-kohle-aus-kolumbien-18118022.html

Kohle für Deutschland : Der schwarze Traum Kolumbiens

Blick auf einen mit Kohle beladenen Laster im Bergwerk der Firma Cerrejon. Bild: dpa

Deutschland sucht dringend nach Energieträgern. Der Blick fällt auf den größten Tagebau in Lateinamerika. Für die einen ist er ein Segen, für die anderen ein Fluch.

          9 Min.

          Die Wayuu sagen sich nicht guten Tag. Das indigene Volk, das in der Trockensavanne auf der Guajira-Halbinsel zwischen Nordkolumbien und Venezuela lebt, kannte den Begriff bis zur Ankunft der Spanier nicht. Stattdessen fragen die Wayuu einander bei Tagesanbruch nach ihren Träumen. Ihre Träume, sagen sie, verraten ihnen, was der Tag bringt. Seit einigen Jahrzehnten träumen die Wayuu nicht mehr so gut. Ihr Land hat sich verändert, ganz besonders, seit in der Region reichhaltige Kohlevorkommen entdeckt wurden.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Unweit der traditionell aus Lehm und Holz gebauten Hütten einiger Wayuu-Siedlungen flimmert über dem schwarzen Boden die heiße Luft. Tief im Krater donnern die Geräusche der gewaltigen Maschinen, die aus der Ferne wie Spielzeuge aussehen. Bagger graben sich in das dunkle Gestein, während Wasserwerfer die Hänge besprühen. Riesige Schaufeln heben das spröde Material auf die Ladeflächen der Lastwagen, die es über ein Labyrinth von Straßen zur Basis transportieren. Jeden Tag verlassen dort mehrere kilometerlange Güterzüge die Verladestation und bringen die Kohle über eine firmeneigene Eisenbahnstrecke an den 150 Kilometer entfernten Karibikhafen Puerto Bolívar. Dort warten die Frachtschiffe, die den Rohstoff in die ganze Welt verschiffen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Die Zeiten haben sich geändert: Anti-Atom-Dorf im Jahr 1980 in der Nähe von Gorleben im Wendland

          Fracking und Atomkraft : Das Gorlebener Lagerfeuer wärmt nicht mehr

          Ideologie kann keine Energiepolitik ersetzen. Die Regierung muss konsequenter handeln – und sich Optionen offen halten. Das gilt auch für Atomkraft und eine heimische Gasförderung.