Kritik an Abkommen mit Namibia :
UN-Berichterstatter fordern Reparationen von Deutschland

Von Claudia Bröll, Kapstadt
Lesezeit: 3 Min.
Stammesoberhaupt Chief Vekuii Rukoro (Mitte, in roter Uniform) und andere Stammesältere stehen im Oktober 2015 auf dem Hügel, von dem Generalleutnant Lothar von Trotha am 2. Oktober 1904 den Schießbefehl gab.
Sonderberichterstatter kritisieren, dass die Volksgruppen der Herero und Nama nicht direkt an Verhandlungen mit Berlin beteiligt waren. Deutschland müsse die Verantwortung für alle kolonialen Verbrechen in Namibia übernehmen.

Gegen das Aussöhnungsabkommen zwischen Deutschland und Namibia zur Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit regt sich abermals Kritik. Mehrere Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen (UN) vertreten die Auffassung, dass die Volksgruppen der Herero und Nama direkt an den Verhandlungen mit Berlin hätten beteiligt werden müssen, nicht nur über ein Beratungskomitee. Dies geht aus einem jetzt veröffentlichten gemeinsamen Schreiben an die deutsche und die namibische Regierung hervor. Sie fordern darüber hinaus die deutsche Regierung zu Reparationszahlungen auf.

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