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Schnelle Eingreiftruppe : Nato baut dauerhafte Präsenz in sechs östlichen Mitgliedstaaten auf

Soldaten bei der Übung: In 48 Stunden abmarschbereit Bild: dpa

Die Nato-Mitglieder am östlichen Rand des Bündnisses bekommen Unterstützung – Militär und Material sollen dorthin verlegt werden. Deutschland übernimmt zuerst die Leitung über die Mission.

          Die Nato will in Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und Bulgarien eine dauerhafte militärische Präsenz aufbauen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) unter Berufung auf Nato-Quellen. Gemäß dem Bericht soll in jedem der sechs Staaten eine sogenannte „Nato Force Integration Unit“ entstehen, eine Stabszelle mit jeweils etwa vierzig Soldaten, die zur Hälfte vom Gastland gestellt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch Ungarn einbezogen werden.

          Thomas Gutschker

          Redakteur im Ressort Politik in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Stabszelle soll Übungen der neuen schnellen Eingreiftruppe vorbereiten und ihr im Ernstfall als Verbindungs- und Führungsstelle dienen. So sieht es das Planungskonzept der Allianz vor, über das die Nato-Verteidigungsminister bei ihrem Treffen am Donnerstag der kommenden Woche entscheiden sollen. Deutschland will sich mit insgesamt etwa 25 Soldaten an den Stabszellen beteiligen.

          Die Stabszellen fallen, wie die F.A.S. weiter berichtet, kleiner aus als ursprünglich geplant. Die Nato wird ihren Aufbau und weitere Infrastrukturmaßnahmen im laufenden Jahr mit 25 Millionen Euro aus dem Gemeinschaftshaushalt finanzieren. Insgesamt rechnet sie für die nächsten fünf Jahre mit Gemeinschaftskosten von 400 bis 800 Millionen Euro für die Umsetzung ihres Aktionsplans zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft, der auf dem Gipfeltreffen in Wales beschlossen worden ist. Das sind aber nur 10 Prozent der veranschlagten Gesamtkosten, die restlichen 90 Prozent müssen die Mitgliedstaaten aus eigener Tasche bezahlen.

          Jedes Quartal eine Kompanie

          Gemäß den Nato-Planungen soll die Landkomponente der schnellen Eingreiftruppe aus einer Brigade mit etwa 5000 Mann bestehen. Deren beweglichste Kräfte sollen nach 48 Stunden abmarschbereit sein, der Rest der Brigade innerhalb von sieben Tagen. Jeweils ein Nato-Staat soll für ein Jahr die Führung dieser Speerspitze übernehmen. Im laufenden Jahr ist das Deutschland. Die Nato-Verteidigungsminister werden mit ihren Beschlüssen den Rahmen für die Testphase setzen, die bis zum Nato-Gipfeltreffen im Frühjahr 2016 in Warschau abgeschlossen sein soll.

          Deutschland wird sich gemäß F.A.S.-Informationen aus der Bundeswehr auch an weiteren Unterstützungsmaßnahmen beteiligen. Von April an soll in jedem Quartal eine Kompanie von Fallschirmjägern amerikanische Soldaten ergänzen, die schon im vergangenen Frühjahr ins Baltikum und nach Polen verlegt worden waren. Die deutschen Soldaten werden zuerst in Polen, dann in Litauen und schließlich in Lettland zum Einsatz kommen.

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