Migration im Mittelmeer : Deutsches Rettungsschiff mit 33 Migranten in Lampedusa gelandet
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Migranten auf einem Holzboot vor Lampedusa (Aufnahme vom 11. August) Bild: AP
Erstmals seit rund einem Monat hat wieder ein Seenotrettungsschiff einen italienischen Hafen angefahren. Die 33 Menschen an Bord konnten zuvor auf dem zentralen Mittelmeer gerettet werden.
Rund einen Monat nach dem Eklat von Sizilien hat erstmals wieder ein ziviles Seenotrettungsschiff mit Migranten an Bord einen italienischen Hafen angefahren. Das deutsche Boot „Louise Michel“ der gleichnamigen Hilfsorganisation durfte in der Nacht zum Freitag auf der Insel Lampedusa anlegen. Das Schiff hatte 33 Menschen an Bord, die zuvor im zentralen Mittelmeer gerettet worden waren. Wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb, konnten die Migrantinnen und Migranten, die aus Ägypten kamen, noch in der Nacht von Bord gehen.
Zunächst gab es weder von der Organisation noch vom italienischen Innenministerium weitere Angaben, etwa warum der „Louise Michel“ die Erlaubnis zur Einfahrt in den Hafen erteilt worden war. Neben dem relativ kleinen Boot warteten auch die deutsche „Humanity 1“ mit 261 aus Seenot geretteten Menschen und die „Geo Barents“ von Ärzte ohne Grenzen mit rund 250 Migranten auf die Zuteilung eines sicheren Hafens.
Anfang November war es zur Konfrontation zwischen den Seenotrettern und der rechten italienischen Regierung gekommen. Rom hatte der „Humanity 1“ und der „Geo Barents“ zunächst die Einfahrt in ihre Hoheitsgewässer verboten. Dann durften die Schiffe zwar in Catania auf Sizilien in den Hafen - die geflüchteten Männer, denen es nach Einschätzung der Behörden aber nicht schlecht genug ging, mussten auf den Schiffen bleiben. Erst nach zwei Tagen durften dann alle Menschen vor Bord, weil das Gesundheitsamt von Catania dies anordnete. Regierungschefin Giorgia Meloni kritisierte diese Entscheidung.
Weil Italien dem Schiff „Ocean Viking“ nicht erlaubte, in einen Hafen zu kommen, fuhr dieses nach Frankreich weiter. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Rom und Paris sind seitdem angespannt.