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Ärger über Nawalnyjs Rettung : Moskaus Zorn trifft vor allem Deutsche

Irgendwo ein deutscher Diplomat oder Journalist? Erinnerung an den in Sichtweite des Kremls ermordeten Boris Nemzow Bild: AFP

Deutschland hat Alexej Nawalnyj geholfen. Das nimmt Moskau dem Land übel. Der Zorn trifft vor allem deutsche Diplomaten und Journalisten. Letztere könnten bald als „Agenten“ eingestuft werden.

          7 Min.

          Der Kreml-Sender zeigt die Limousine des deutschen Botschafters im Moskauer Schnee, dann die Trikolore auf dem Dienstwagen seines französischen Kollegen. „Es wirkt völlig logisch“, sagt eine forsche Männerstimme dazu, „ausländische Diplomaten kommen zu einem wichtigen Besuch bei einem ausländischen Agenten, der Gesellschaft Memorial, um ihre ausländischen und offensichtlich nicht freundschaftlichen Angelegenheiten zu besprechen“, nämlich neue „antirussische Sanktionen“.

          Friedrich Schmidt
          (frs.), Politik

          Der Beitrag lief Mitte Februar im für die Diffamierung angeblicher Feinde Russlands berüchtigten Sender NTV. Dafür hatten die Fernsehleute, zu denen Zuträger mindestens eines weiteren Senders zählten, den Botschaftern und deren Mitarbeitern vor dem Sitz von Memorial im Zentrum von Moskau aufgelauert: Sie hielten ihnen Smartphones vor die Gesichter, fragten aufgekratzt, um was es gehen solle. Jemand mit Kenntnis der Pläne der Diplomaten musste die Kreml-Medien auf den Termin hingewiesen haben, öffentlich angekündigt war der Besuch bei den als „ausländischen Agenten“ bekämpften Menschenrechtsschützern nicht.

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