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Marine nach Libyen : Schwierige Mission

  • -Aktualisiert am

Vor einer schwierigen Mission: Die Fregatte „Hamburg“ Bild: dpa

Wegschauen hilft nicht. In Libyen tobt ein Bürgerkrieg. Damit der Waffennachschub vielleicht etwas weniger leicht fließt, ist die Überwachung des Embargos von See aus richtig.

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          Sage niemand, die Deutschen duckten sich grundsätzlich weg, wenn es irgendwo auf der Welt ernst wird. Der Beschluss der Bundesregierung, zur Überwachung des Waffenembargos gegen die libyschen Bürgerkriegsparteien eine Fregatte ins Mittelmeer zu entsenden, ist richtig. Wie weit die Marine in der Lage sein wird, ihre Aufgabe zu erfüllen, steht auf einem anderen Blatt.

          Zu viele Mächte mischen im libyschen Sumpf mit. Dazu gehören auch Verbündete. Es ist nicht auszuschließen, dass es auf dem Mittelmeer zu unliebsamen Begegnungen mit türkischen Schiffen kommt. Wie die türkische Regierung auf solche Dinge reagieren kann, hat sich kürzlich erst gezeigt, als beinahe ein französisches Schiff beschossen worden wäre.

          Erginge es der deutschen Marine anders, besser? Der türkische Präsident hat sich vor einiger Zeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Konfrontation mit Griechenland besänftigen lassen. Aber in Libyen will Recep Tayyip Erdogan ja Großmacht spielen. Und er ist beileibe nicht der einzige Akteur, der die internationalen Vereinbarungen über das Bürgerkriegsland systematisch unterläuft.

          Das macht die Mission der deutschen Marine noch schwieriger, als sie ohnehin schon ist. Wenn dann noch Flüchtlingsboote in größerer Zahl auftauchen, wird sich in Deutschland wieder manch einer wünschen, man hätte sich besser weggeduckt. Das ist aber nicht realistisch. Probleme löst man nicht dadurch, dass man sie ignoriert.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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