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Deutschland und Japan : Militärische Kooperation am Vulkan Fuji

Deutsche Eurofighter und japanische F2 am Mittwoch vor dem Vulkan Fuji Bild: AFP

Zum ersten Mal besuchen deutsche Eurofighter Japan. Dabei kommt es in luftiger Höhe zu einem symbolischen Treffen der ranghöchsten Luftwaffengeneräle.

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          Es war ein Treffen der besonderen Art. Am japanischen Vulkan Fuji begegneten sich am Mittwoch drei deutsche und drei japanische Kampfflugzeuge. In einem der deutschen Eurofighter saß der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, nach mehr als acht Stunden Flugzeit aus Singapur kommend. In einer der japanischen F2 kam ihm der Stabschef der japanischen Luftselbstverteidungskräfte, General Shinji Izutsu, zur Begrüßung entgegen. Das Treffen der ranghöchsten Luftwaffengeneräle in luftiger Höhe verdeutlicht den hohen Stellenwert, den Japan dem ersten Besuch von Kampfflugzeugen der Luftwaffe zumisst. Der gemeinsame Formationsflug am Fuji symbolisiert auch die Hoffnungen für eine engere Zusammenarbeit, nachdem Deutschland den Indopazifik entdeckt hat.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Er sei überwältigt, dass sein Kollege ihn im Kampfflugzeug empfangen habe, sagte Gerhartz nach der Landung auf dem Militärflughafen Hyakuri nördlich von Tokio. Izutsu seinerseits lobte die Schönheit des speziell lackierten Flugzeugs von Gerhartz, die ihn fasziniert habe. „Ich bin bewegt von der historischen Bedeutung des gemeinsamen Flugs japanischer und deutscher Flugzeuge im fernen Osten“, sagte der General.

          Eine Art logistischer Husarenritt

          Der Besuch der Eurofighter in Japan folgt auf mehrwöchige internationale Manöver in Australien, bei denen die Deutschen auch mit japanischen Soldaten geübt haben. Nach dem Besuch der Fregatte Bayern im vergangenen Jahr ist es das zweite militärische Engagement Deutschlands in der Region. Gerhartz nannte die Reise der Luftwaffe folgerichtig, nachdem Deutschland im Jahr 2020 mit den indopazifischen Leitlinien sein Interesse am freien Handel und an einer regelbasierten internationalen Ordnung in der Region bestätigt habe. Er hob hervor, dass sich der Auftritt der Eurofighter in Asien nicht gegen China oder irgendjemand anderes richte. Um das zu untermauern waren die Eurofighter auf dem Flug nach Japan nicht bewaffnet.

          Im nächsten Jahr wird das deutsche Heer an einer Übung in Australien teilnehmen. Die Marine strebt einen weiteren Besuch für 2024 an. Gerhartz sagte, er könne sich dann auch eine Beteiligung der Luftwaffe vorstellen. Doch im politischen Japan gibt es auch die Sorge, dass das deutsche Engagement im Indopazifik nicht von Dauer sei. Mit Izutsu wollte Gerhartz in Gesprächen am Donnerstag Möglichkeiten einer engeren Kooperation ausloten. Die Luftwaffe könne von Japan viel lernen, sagte er. Japan fliege schon den Kampfflieger F35, den auch Deutschland nun anschaffen will.

          Die Flugreise von Singapur nach Japan im Eurofighter beschrieb der Generalleutnant als eine Art logistischen Husarenritt. Mehr als acht Stunden dauerte der Flug, fünf Mal wurden die Eurofighter in der Luft betankt und zugleich galt es, den Ausläufern eines Taifuns möglichst auszuweichen. Für die Luftwaffe und auch für ihn persönlich sei es der bisher längste Flug von Kampfflugzeugen gewesen, sagte Gerhartz. Es war eine Demonstration, dass die Luftwaffe auch im fernen Asien einsatzbereit ist. Er wisse, was er seinen Soldaten der Luftwaffe mit dem Flug nach Japan abverlangt habe, sagte Gerhartz. „Deswegen war mir wichtig, das als Pilot mitzumachen und zu zeigen: Ich bin dabei.“

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